Monitor richtig einstellen - Kalibrieren

Wer seine Bilder zum ausbelichten zu einem der zahlreichen Fotolabore sendet, wird wahrscheinlich nicht immer 100% zufrieden sein. Bilder, die auf dem heimischen Monitor noch ausreichend belichtet und mit natürlichen Farben wiedergegeben wurden, sehen auf Papier oft zu dunkel oder farbstichig aus. Es gibt sicherlich auch schlechte Fotolabore, doch in einigen Fällen, ist ein falsch eingestellter Monitor die Ursache für falsch belichtete Bilder.

 

Die professionelle Kalibrierung eines Monitors erfordert immensen Aufwand und sehr teures Equipment. Es gibt aber auch kostengünstige Geräte für den ambitionierten Hobbyfotografen, die das Kalibrieren automatisch erledigen. Ich möchte in diesem kleinen Artikel einige Möglichkeit aufzeigen, wie sich der eigene Monitor relativ einfach (zumindest einigermaßen) ohne Hilfsmittel richtig einstellen lässt. Allerdings möchte ich eines gleich am Anfang betonen, dass nur die Hardwarekalibrierung (z.B. mit dem Spyder2) die beste und sicherste Methode darstellt, seinen Monitor korrekt einzustellen. Die Kosten für ein solches Gerät sind überschaubar und wer sein Hobby etwas intensiver betreibt, wird diese Anschaffung nicht bereuen.

Ausgangssituation

Ob der Monitor nun per Hand oder mit zusätzlicher Hardware kalibriert wird, einige Dinge sollten in beiden Fällen immer beachtet werden.

  • vermeidet direkte Sonneneinstrahlung
  • sorgt für gleichbleibende Lichtverhältnisse
  • schaltet den Monitor vor der Kalibrierung (bzw. Fotobearbeitung) ca. 30 min vorher ein

Grundeinstellung

Wer keine zusätzlichen Mittel einsetzten möchte, kann per Hand und Auge den Monitor relativ gut einstellen. Zunächst einmal stellt den Kontrast und die Farbqualität ein. Öffnet dazu die “Eigenschaften der Anzeige” in dem ihr mit der rechten Maustaste in den leeren Desktop (Bildschirm) klickt. Unter "Eigenschaften" sollte das unten gezeigte Fenster erscheinen. Bei Windows Vista heißt dieser Punkt "Anpassen".

 

Farbqualität Vista
Farbqualität Vista
Farbqualität XP
Farbqualität XP

Klickt auf den Reiter “Einstellungen” und stellt bei “Farbqualität” die höchste Stufe ein. Damit Farbverläufe in Bildern korrekt dargestellt werden können, sollten es mindestens 24 Bit sein. Bestätigt das Ganze mit ok. Nun passen wir Kontrast und Helligkeit des Monitors an. Da jeder Monitor ein anderes Menü hat, kann ich nur allgemeine Angaben machen. Drückt am Monitor die Taste "Menü". Wenn euer Monitor es ermöglicht, stellt eine Farbtemperatur von 6.000 K ein. Als nächstes wählt in den Einstellungsoptionen "Kontrast" und stellt diesen bei Röhrenmonitoren auf 100 % und bei TFT´s zwischen 50% und 60 % ein. Passt die Helligkeit des Monitors so an, dass alle Helligkeitsunterschiede in der unteren Skala gut zu erkennen sind. Insbesondere die Unterschiede bei Punkt (1) im dunklen und Punkt (2) im hellen Bereich müssen sichtbar sein. Wirkt der Monitor zu hell, verringert den Kontrast ein wenig.

 

Graukeil
Graukeil

TFT Monitore, insbesondere bei Notebooks haben in der unteren Preiskategorie Schwierigkeiten die Farben und Helligkeitsstufen richtig darzustellen. Wer nicht teures Geld für einen TFT Profimonitor ausgeben möchte, ist mit einem guten Röhrenmonitor (CRT) immer noch am besten bedient. Ich bearbeite meine Fotos auf einer 21 Zoll Röhre von Iiyama. Größe, Stromverbrauch und Wärmeabstrahlung sind bestimmt nicht mehr zeitgemäß, doch an der Bildqualität kommt so leicht kein TFT ran. jetzt mit einem 22 Zoll Eizo Wide Gamut Monitor.

Kalibrierung mittels Hardware

Benötigt wird: Hardwarekalibrierungsgerät

Mit den oben beschriebenen Schritten, können natürlich nur die gröbsten Einstellungsfehler beseitigt werden. Eine korrekte Kalibrierung des Monitors ist damit jedoch nicht möglich. Eine der komfortabelsten und sichersten Lösung den Monitor zu kalibrieren, ist der Einsatz einer besonderen Hardware. Solch ein Gerät wie ihr es unten seht, kostet ca. 90,- €. Nach Installation der mitgelieferten Software, wird es per USB am Rechner angeschlossen und die Software gestartet. Ein sehr gut erklärtes Menü beschreibt alle notwendigen Schritte. Als erstes muss angegeben werden welcher Monitortyp kalibriert werden soll (CRT oder TFT). Danach werden der Kontrast und die Helligkeit grob per Hand am Monitor eingestellt. Der Spyder, wie das unten gezeigte Model heißt, wird mittig per Saugnäpfe an die Scheibe des Monitors befestigt (bei TFT Monitore können die Saugnäpfe entfernt werden)

 

Monitor-Kalibrierung Spyder2
Monitor-Kalibrierung Spyder2

Mit einem Klick auf "Kalibrierung starten" geht´s los. Das Gerät optimiert die Farbtemperatur, den Schwarzwert, die Farben und speichert dieses als Farbprofil auf eurem Rechner ab. Nach erfolgreicher Kalibrierung wird das Gerät vom Monitor entfernt. Zum Schluss könnt ihr noch ein "Vorher - Nachher - Vergleich" vornehmen. Das neue Bild wirkt zunächst sehr warm und etwas rotstichig, das Auge gewöhnt sich aber relativ schnell an die korrekt eingestellten Monitorfarben. Mit jedem Start des Rechners wird das neu erstellte Farbprofil automatisch geladen. Da sich Farben und Helligkeit eines Monitors mit der Zeit verändern, muss in regelmäßigen Abständen neu kalibriert werden. Die Software erinnert, wenn der Zeitpunkt für das nächste kalibrieren ansteht. Dieses ist keine einmalige Sache, demnach ist die Anschaffung meiner Meinung nach keine Fehlinvestition.

 

Die unten aufgeführten Modelle, sind derzeit die preiswertesten Kalibrierungsgeräte auf dem Markt und für den ambitionierten Amateur vollkommen ausreichend (Stand 2008). Ich selber benutze das Spyder2express von ColorVision und bin damit sehr zufrieden. Bevor ihr mit der Hardwarekallibrierung startet beachtet bitte auch hier, den oben beschriebenen Punkt: Ausgangssituation