Einleitung Reisebericht Teneriffa 2008

buenos días !

Die relativ kurze Anreise von ca. 5 Flugstunden und das milde Klima, machen die Kanarischen Inseln zu eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen. Teneriffa ist mit etwas über 2000 qkm die größte Insel der Kanaren und beherbergt jährlich einige Millionen sonnenhungrige Touristen. Der günstige Passatwind sorgt im Sommer, sowie auch im Winter für fast immer angenehme Temperaturen. Während die Highlights im Süden: Sonne, Strand und Meer sind, bietet der Norden eine faszinierende Vulkanlandschaft, urwaldähnliche Wälder, raue Küsten und interessante Städte. Manche nennen Teneriffa liebevoll "Inselente", ein Blick auf die Umrisse der Insel und man weiß warum.

Ich erhoffe mir, in diesem Urlaub interessante Fotos von Land und Leute machen zu können. Für diese Reise habe ich mir extra das 12-24 mm Objektiv von Tokina, einen zweiten Akku und einen Rucksack von Tamrac zugelegt. Mein mitgeführtes Equipment:

Das Tokina werde ich ausführlich testen und meine Erfahrungen niederschreiben.

Tag 1 (Anreise)

Aeroporto Raina Sofia
Nun ist es auch bei uns so weit, wir fliegen nach Teneriffa. Wir, das sind meine Frau Anka, meine Tochter Josephine (genannt Fine) und der Schreiber Jenne. Glücklicherweise hatte mein Schwiegervater sich Zeit genommen, um uns zum Flughafen zu fahren. So sparten wir die überteuerten Parkgebühren. Die Straßen waren voll und die Fahrt zum Flughafen stand deshalb etwas unter Zeitdruck. Pünktlich angekommen parkten wir direkt vor dem Eingang des Flughafens. Schnell packten wir unsere sieben Sachen und checkten ein.

Meine Befürchtungen, dass mein Fotorucksack und mein Notebook nicht als Handgepäck durchgingen, bewahrheiteten sich zum Glück nicht. Wie bei meinem letzten Flug, musste ich auch dieses Mal, die technischen Geräte auf Sprengstoff untersuchen lassen. Nachdem alles ok war, hatten wir durch die einstündige Verspätung unserer Maschine, genug Zeit, um uns im Duty Free Shop umzuschauen. (nerv)

Das fängt ja super an, dachte ich mir. Endlich im Flieger nahmen wir in Reihe drei Platz und beobachteten was für Leute noch zustiegen. Auch im Flugzeug kann man sich seine Nachbarn nicht aussuchen :) Hinter uns saß ein netter Herr, ? dieser, der Stewardess kurz vor dem Start mitteilte, dass er regelmäßig fliegt, aber es seit ca. 10 Jahren zu keinen nennenswerten Zwischenfällen gekommen sei. (Panikattacken, Anfälle). Falls es doch dazu käme, müsse man nur seine Beine fest zum Oberkörper drücken und die Attacken gingen vorüber. Mit dieser Erkenntnis über unseren Hintermann ertönte das Anschnallsignal und wir hoben ab.
Kurz nach dem Start (wie sollte es auch sein), mussten mehrere Mitreisende gleichzeitig aufs Klo. Die Stunde Verspätung reichte einigen wohl nicht aus, um sich am Boden zu entleeren. Der Gesichtsausdruck meiner Nachbarin zur Linken gefiel mir gar nicht. Anfangs dachte ich sie sei schlecht gelaunt, doch als nach ca. einer Stunde aus den Lautsprechern der aus Spielfilmen bekannte Satz ertönte: "befindet sich ein Arzt an Board" dachte ich, na toll "Zwischenlandung"
Nach ca. drei Stunden hatte sich die Situation stabilisiert, die ältere Dame mit dem eventuellen Herzinfarkt, saß umringt von einer Krankenschwester, Dolmetscherin und einer Ärztin, die sich zufällig im Flieger befanden, auf dem Platz der Stewardess. Unser Vordermann sah nach mehreren Whiskys der Landung gelassen entgegen. Hinter uns bemerkte der nette Herr :) (Panikattacken), dass seine Rückenlehne verstellt wurde, während er auf Toilette war. Daraufhin bot er seinem Hintermann "einen gepflegten Schlag in die Fresse" an. Um 18:30 Ortszeit Landung am Aeroporto Tenerife Sur, nun schnell mit Gepäck zum Avis-Schalter um unseren fast neuen Golf in Empfang zu nehmen (freu).

Auf dem Weg zu unserem Hotel dachte ich schon wir haben uns verflogen und sind auf dem Mond gelandet. Kein Grün nur Felsen, Schotter und karge Landschaft. Meine Frau beruhigte mich diesbezüglich und meinte, dass im Süden wegen der geringen Niederschläge es immer so aussieht. Im Norden dagegen, wohin wir unterwegs waren, ist die Vegetation üppig und das krasse Gegenteil zum Süden.

Ich lass mich mal überraschen. Dank mitgebrachten Navigationssystems fanden wir unser Hotel "Chiripa Garden" (relativ) schnell. Ich kann jedem der auf Teneriffa mit dem Auto unterwegs ist nur empfehlen, ein solches mitzunehmen, da die Straßenführung in den Ortschaften teilweise sehr verwirrend ist.

Tag 2 (Ausflugstyps der Reiseleitung)

Gut ausgeschlafen und nach einem ausgesprochen leckeren Abendbrot am Vorabend und Frühstück am Morgen, geht’s erst mal raus vor die Tür. Viel vorgenommen haben wir uns für den heutigen Tag nicht. Um 10.30 Uhr schauen wir erst mal bei einer Informationsveranstaltung der Reiseleitung vorbei. So: die Veranstaltung ist zu Ende und wir sind um einiges schlauer. Es wurden viele Ausflugsziele vorgestellt.

Für jeden war etwas dabei, von leichten Tageswanderungen, bis hin zu 2 Tagestouren mit Übernachtung im Gebirge. Die Wanderausrüstung konnte man sich im Hotel ausleihen. Doch das kommt für uns Flachlandtiroler sowieso nicht in Frage. Dann gab es noch Informationen über den Loropark und seine Attraktionen, den wir auf jeden Fall besuchen werden. Segelturns und eine Busfahrt zum Teide standen ebenso auf dem Plan, wie eine Fahrt zum Traumstrand "Playa de las Teresitas" Ich habe mich vor unserer Reise bereits über verschiedene Fotomotive auf Teneriffa erkundigt. Auf dieser Veranstaltung wurde aber noch der eine oder andere Ausflugtip vorgestellt, der nicht auf meinem Plan stand. Z.b. eine Atlantikfahrt auf einem alten Segelschiff.

Tag 3 (Traumstrand)

Fotoziele des Tages:
1. Sandstrand "Playa de las Teresitas" 2. Häuser in San Andres 3. Auditorio de Tenerife Aeroporto Raina Sofia Heute führt unsere tägliche Ausflugstour an den Strand "Playa de las Teresitas". Etwa 6 Km von Santa Cruz gelegen, erreicht man "Playa de las Teresitas" mit dem Auto über die Schnellstraße TF11. Der Strand liegt vor dem kleinen Fischerdorf San Andres und erinnert mit den vielen Palmen und dem blauen Meer, ein wenig an die Karibik.

Der weiße Sand (für Teneriffa eher unüblich), wurde in den 70er Jahren in 4 Millionen Säcken (100.000 m3) aus der Sahara angeschifft und macht "Playa de las Teresitas" zum größten künstlich angelegten Sandstrand der Welt. Für mein Foto, fuhren wir noch 2,5 km Richtung Norden. Dort befindet sich eine Anhöhe, von dieser man einen super Blick auf den Strand und das dahinter liegende Anaga-Gebirge hat.

Wieder ein gutes Motiv, um mein neues Tokina 12-24 Weitwinkel zu testen. Ich baute mein Stativ auf und machte gleich mehrere Fotos mit verschiedenen Blend- und Belichtungseinstellungen. Ich dachte mir: wenn ich schon mal hier oben bin, mache ich besser ein paar Fotos mehr und sortiere später aus. Die Sicht ist recht gut, wenn auch nicht optimal, aber das muss man wohl in einigen Regionen Teneriffas und zu dieser Jahreszeit hinnehmen.
Mit Blende 8-11 und einer Belichtungszeit von 250 gelingen doch ganz gute Aufnahmen. Dank dem 80-200 konnte ich vom selben Standort das idyllische Bergdorf San Andres aufnehmen. Auf dem Weg zum "Playa de las Teresitas" durchquerten wir noch Santa Cruz. Hier steht das Auditorium de Tenerife. Entworfen vom katalanischen Stararchitekten "Santiago Calatrava" erhebt sich dieses etwa 50 Meter hohe und äußerst gelungene Bauwerk an der Küste empor. Weiter ging es 14 km durch das Anagagebirge zum kleinen Bergdorf Taganana.

Auch hier machte sich mein Weitwinkel wieder bezahlt. Die letzten 6 km der Fahrt macht die Straße ein 16 %iges Gefälle, also vorher die Bremsen eures Mietwagens testen. Ich würde aber keinem empfehlen, in dieses im wahrsten Sinne des Wortes "kleinen Bergdorf" mit dem Auto zu fahren. Die Straßen waren selbst für den relativ kleinen Golf sau eng. Auf dem Rückweg fuhren wir durch den Mercedeswald und hielten an verschiedenen Aussichtspunkten. Einer der schönsten und bekanntesten ist der auf 992 m gelegene "Mirador Pico del Ingles". Bei guter Sicht erschließt sich zur linken, das Anagagebirge und bietet zur rechten einen fantastischen Blick hinweg über La Laguna auf den "Pico del Teide". Etwas fertig auf den Knochen, ging’s zurück ins Hotel. Kurz Bilder sichten, Akkus laden und das leckere Abendbrot mit ein bis zwei Bierchen genießen.

Tag 4 (Loro Parque)

Fotoziele des Tages:
1. Orca und Delfin im Sprung" 2. allgemein schöne Aufnahmen vom Park Heute steht ein Besuch des weltberühmten Loro Parque auf unserem Ausflugsplan. Vor ca. 30 Jahren von dem deutschen Wolfgang Kießling als Papageienpark errichtet, ist das Gelände von damals 10.000 qm auf heute 135.000 qm ausgebaut worden. Der Park bietet nicht nur Papageien ein Zuhause, auch Tiger, Gorilla und Co können in sehr schön angelegten Gehegen bewundert werden. Doch was den Park über seine Grenzen hinaus berühmt gemacht hat, sind sicherlich seine Tiershows.
Dank dem Tip der Örtlichen Reiseleitung, die Eintrittskarten im Hotel anstatt im Park zu kaufen, konnten wir an der Warteschlange vorbei direkt in den Loropark.

Mit der normalen Eintrittskarte haben wir noch eine sogenannte Discoverytour gebucht. Die fast zweistündige Tour für 9,- € führte uns hinter die Kulissen des Loroparks. Und unsere deutschsprachige Tourführerin erzählte interessantes über den Park und die dort lebenden Tiere. Es war soweit ganz ok, hätte mir aber mehr davon versprochen. Zum fotografieren war kaum Zeit, da die gute Frau einem straffen Zeitplan folgte. Das durchgehetze bei der hohen Luftfeuchtigkeit hielt also den Spaßfaktor in Grenzen.

Doch ein Vorteil hatte diese Tour, meldet man sich am Eingang des Loroparks bei den Tourscouts, erklären sie einem genau in welcher Reihenfolge man die insgesamt vier Tiershows besuchen sollte, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Ein Rat, sich in der Delfinshow so nah wie möglich an den Ausgang zu setzten, erwies sich als goldrichtig. Neben der Delfinshow befindet sich die immer ausgebuchte Orca Show. Ohne diesen Tip hätten wir sicherlich eine Vorstellung warten müssen, da alle wie die Geisteskranken, uns eingeschlossen, so schnell wie möglich in die nächste Show wollten.

In der Orca-Show gibt es eine sogenannte Splash-Zone. Wer nicht bis auf die Unterwäsche nass werden möchte, sollte sich für 3,- € einen Regenüberzug kaufen oder setzt sich gleich einige Reihen höher. Es ist auf jeden Fall sehr lustig anzuschauen, wenn der 6 Tonnen schwere Killerwal mit seiner Schwanzflosse mehrere hundert Liter Wasser über die ersten Reihen verschüttet.

Alle Shows sind inklusiv der 31,- € Eintritt, doch alle Shows an einem Tag mit allen anderen Attraktionen des Parks ist kaum zu schaffen. Aber hier bietet der Loropark ein super Angebot, für nur 10,- € und bei Vorlage des Personalausweises, kann man eine weitere Eintrittskarte erwerben. Diese ist 14 Tage gültig und nicht übertragbar. Also Loropark, wir sehen uns wieder.

Tag 5 Drachenbaum wir kommen

Aeroporto Raina Sofia
Fotoziele des Tages:
  • Drago Milenario
  • Bilder von Schmetterlingen
  • Eindrücke aus Garachico
In Icod de los Vinos steht der angeblich tausend jährige Drachenbaum "Drago Milenario". Als Liliengewächs ist der 20 m hohe Baum innen hohl und wird von mehreren faserartigen Verschlingungen umschlossen. Da der 6 m dicke Stamm keine Baumringe bildet, kann das genaue Alter nicht bestimmt werden.

Das Wetter ist wie immer diesig, keine erkennbaren Strukturen im Himmel. Ich mache mit dem Tokina mehrere Aufnahmen, mit unterschiedlicher Belichtung und hoffe später durch Tonemapping etwas mehr Kontrast in die Bilder zu bekommen.

Direkt neben dem Park des Drachenbaums, befindet sich das Schmetterlingshaus "Mariposario del Drago". Für 12,-€ Eintritt, Kinder bezahlen die Hälfte, kann man in dem kleinen Tropenhaus u.a die größten Schmetterlinge der Welt bestaunen. Die tellergroßen Falter, hängen wie unecht an den Bäumen, ein Schild weist auf die Lebendigkeit der Tiere hin.
Nach einigen Aufnahmen mit meinem Tokina ohne Blitz, wechselte ich zum 80-200mm und steckte mein Blitz auf und drosselte die Blitzleistung. Der externe Blitz brachte die Farben der Schmetterlinge erst richtig zum leuchten. Das Fotografieren in diesem Haus war Schwerstarbeit, die tropischen Temperaturen und mein Fotorucksack einschließlich Stativ, machte es nicht gerade einfacher. Beim Erkunden des Schmetterlingshauses sah ich eine ca. 1 m große Echse gut versteckt im Pflanzendickicht sitzen.

Ich begab mich sofort auf Augenhöhe mit dem Reptil und knipste was das Zeug hält. Meine Frau kam zu mir und meinte, dass sie nicht echt sei. Nach genauerem hinschauen war auch ich dieser Meinung. Etwas enttäuscht gingen wir langsam zum Ausgang, als meine Tochter völlig aufgelöst zu uns rannte und meint, dass die Echse sich bewegt hat. Ich konnte es erst gar nicht glauben, wo ich sie mir doch genau angeschaut habe und sie für Plastik gehalten habe.

Wir gingen also noch mal zurück, und siehe da, das Urzeittierchen saß jetzt an einer anderen Stelle. Ich also wieder auf Augenhöhe mit dem Tier und machte ein paar ganz gute Aufnahmen. Noch den Drachen kurz streicheln und wir verließen schweißgebadet das Schmetterlingshaus. Weiter ging’s in die 5700 Seelen Stadt "Garachico". Am 5. Mai 1706 wurde das Hafenbecken durch einen Vulkanausbruch völlig verschüttet.

Heute präsentiert sich der Ort im neuen Glanz, die weißen Häuser mit meist roten Ziegeldächern harmonieren mit den Blumenbehangenen Balkonen und den alten Kopfsteinpflasterstrassen. An der Küste baden Einheimische in vom Meer ausgewaschenen Felsenbecken. Die Wellen schlagen dort mit einer solch unvorhersehbaren Wucht auf die Küste, dass es einigen Ahnungslosen Urlaubern beinahe zum Verhängnis wurde. Einige Fotos später besuchten wir das Stadtzentrum von Garachico. Der Platz "Plaza de Liberad" in mitten der Stadt, bot mit der alten Pfarrkirche "Santa Ana" und den Schattenspendenden Bäumen eine schönes Fotomotiv. Freihändig und mit dem Tokina 12-24 entstand dieses Panorama aus xxx hochkant Aufnahmen.

Tag 6 (Besuch der Hauptstadt)

Fotoziele des Tages:
  • 1. Stadtaufnahmen von Santa Cruz
Nach dem Frühstück fuhren wir die ca. 30 km bis nach Santa Cruz de Tenerife. Die Hauptstadt befindet sich an der Nordküste von Teneriffa und hat ca. 220000 Einwohner. Direkt am Hafen gelegen kann man, am 2 Kilometer langen, Kai nicht nur Frachtschiffe sondern meistens auch riesige Kreuzfahrtschiffe vor Anker liegen sehen. Vom Plaza de Espana, liefen wir die viel belebte Einkaufsstraße (Calle del Castillo) entlang, bis hoch zu PLaza de Weyler. Unterwegs kehrten wir noch in einige Parfümerien ein, wo sich meine Frau mit günstigen Duftwässerchen versorgte.

Santa Cruz de Tenerife ist nicht gerade eine Autofahrerfreundliche Stadt. Parkplätze sind rar und die vielen Einbahnstraßen machen Ortsfremde das Leben schwer. Am besten ist es, das eigene Auto im Parkhaus oder auf einen vor der Innenstadt liegenden Parkplatz zu parken. Der Fußweg ist dann nicht mehr weit.

Tag 7 (Eine Seefahrt die ist lustig...)

Aeroporto Raina Sofia
Fotoziele des Tages:
  • 1. Steilfelsen
  • 2. evt. Wale und Delfine

Heute schreiben wir Tag 7, wir brechen auf zu unserem Segeltörn entlang der Südküste Teneriffas. Start ist um 8.50 Uhr direkt vor unserem Hotel. Ein klimatisierter Reisebus bringt uns in 1,5 Stunden in den Hafen von Puerto Colon. Dort ankert die "Shogun" ein dreißig Jahre alter Zweimaster. Da ich am ersten Tag schon spüren musste, dass die Sonne in Teneriffa ein Vielfaches stärker als in Deutschland brennt, setzten wir uns gleich auf einen der wenigen überdachten Plätze.

Auf dem Schiff freue ich mich unter meines gleichen zu sein. Mehrere Leute mit Spiegelreflexkameras hatten sich auf dem Deck versammelt. Aber bald stellte ich fest, dass sie Fotos von Passagieren machten, um diese später für 10,- € das Stück zu verkaufen. Die Paparazzi gingen von Bord und der Dampfer legte ab. Unser Sitzplatz war zwar sonnengeschützt, hatte aber den Nachteil, dass immer ein leichter Dieselgeruch des Motors zu verspüren war.

Unser Tourguide an Bord, kam vor 15 Jahren aus Deutschland und spricht mindestens 4 Sprachen. Er wies uns noch kurz darauf hin, dass nur eine Toilette für beide Geschlechter an Bord sei und wir doch auf Präzision achten sollten. Nach einer guten halben Stunde verdrehte meine Tochter die Augen und meinte ihr sei schlecht. Na supi dachte ich, die 120,- € für die Tour sind ja gut angelegt.

Eine Tüte bekam ich von einem Angestellten, den ich danach noch öfters mit einer Rolle Abreißtüten über das Deck flitzen sah. Einen Mann hat es richtig kräftig erwischt, er lag die gesamte Reise im Schoß seiner Frau und aus der vor ihm stehenden Tasche schaute eine Spiegelreflexkamera mit Teleobjektiv hervor.

Der Typ konnte einem richtig leidtun. In einer Bucht an der Steilküste von Los Gigantes hielten wir für einen kurzen Bades top.
Die gewaltige Steilküste ragt bis zu 600 Meter aus dem Meer und bildet zum azurblauen Ozean einen fantastischen Kontrast. Da ich lieber fotografierte und es meiner Tochter immer noch nicht besser ging, blieben wir trocken. Nachdem alle an Bord waren, gab es Hühnchen, Paella und Gemüse, alles im Reisepreis inbegriffen. Auch sonst war es auf dem Schiff sau billig, alkoholfreie Getränke waren frei und ein Wodka Lemon oder Bacardi Cola kostete nur 1,- €, wovon ich mir den einen oder anderen genehmigte. Nachdem sich alle bis auf wenige, denen es nicht gut ging den Bauch vollgeschlagen haben, ging es raus aufs offene Meer.
Die Hoffnung stieg, Wale und Delfine in ihrem natürlichen Lebensraum anzutreffen. Ich schraubte also mein 80-200 Teleobjektiv rauf und wartete bis irgendeiner die Sichtung von eines dieser Tiere lautstark verkündete. Und schon war es soweit, als erster sah unser Scout eine Delfinmutter mit ihrem Jungen.

Alle stürmten zu einer Seite um die Tiere zu beobachten. Es war schwer gute Fotos zu machen, da die Tiere lange abtauchten und man nicht genau wusste wo und wann sie das nächste Mal wieder erscheinen würden. Zudem hatte das Boot noch einigen Seegang. Insgesamt dauerte die Tour 5 Stunden und wir hatten einige Male das Glück Delfine und auch kleinere Wale beobachten zu dürfen.

Tag 8 (im Reich des Gipfelkönigs)

Fotoziele des Tages:
  • 1. Pico del Teide
  • 2. Vulkanlandschaft
Das Wahrzeichen Teneriffas hätten wir auch mit dem Reisebus erkunden können. Doch wir entschlossen uns mit eigenem Wagen über eine der zwei möglichen Strecken zum Fuße des "Pico del Teide" zu fahren. Den mit 3718 m höchsten Berg Spaniens muss man einfach auf dem Ausflugsplan stehen haben. Wie schon erwähnt, gibt es zwei Wege, zum noch immer aktiven Vulkan zu kommen.

Die sehr steile und kurvenreiche mit ca. 30km kürzere Strecke, soll laut Aussage unseres Reiseleiters nicht so attraktiv sein. Wir entschieden uns daher für die längere Route, diese führt uns 70 Km auf einer sehr gut ausgebauten Straße durch malerische Wälder (Bosque de la Esperanza). In unregelmäßigen Abständen machten wir einen Stopp an einigen der vielen Aussichtspunkte. Spätestens jetzt war ich froh, dass wir mit dem eigenen Auto gefahren sind, so konnte ich in aller Ruhe Aufnahmen von der beeindruckenden Landschaft machen.

Langsam artet es in Arbeit aus, alle 500 Meter sah ich einen schöneren Aussichtspunkt, wo ich anhielt um Aufnahmen zu machen. Die Tochter ist schon genervt und ihr wurde zudem, wie meistens bei langen Kurvenfahrten etwas übel. Was mich natürlich wieder zum Anhalten zwang. Foto :)

Vor uns lag eine schneeweiße Gebäudegruppe, die in dieser Umgebung an eine Mondlandestation erinnert. Im Observatorium "Observatorium Astronomico" beobachten Wissenschaftler über zwei Nachtteleskope nahezu störungsfrei das Weltall. Eine Schranke stoppte unseren Abstecher zu diesem futuristisch anmutenden Gebäudekomplex.

Da wir die einzigen auf diesem Weg waren, machte ich noch ein Bild von der langgezogenen asphaltierten Straße aus der Froschperspektive. Ein Gecko im Vordergrund und das Hitzeflimmern, hätte das Bild sicher etwas interessanter gemacht. Wir drehten wieder und fuhren weiter Richtung Teide. Bei 2020 m Höhenmetern passierten wir den Nationalpark bei "El Portillo".

Auf dem Weg dorthin begegneten uns immer wieder Radfahrer und Wanderer, die ich in unserem klimatisierten Golf nur bedauern konnte. Wir hatten zwar vorsichtshalber Jacken mitgenommen, da wir aus unserem Österreich Urlaub wussten, dass es in solch einer Höhe kalt werden kann. Doch erstaunlicher Weise wurde es immer wärmer, so strampelten sich die Armen bei ca. 30 Grad die Körpersäfte aus dem Leib.

Mit der Seilbahn kann man bis auf 3550 m Höhe fahren, kostet ca. 15 €. Außerdem standen dort schon sehr viele Autos und bei einer voraussichtlichen Wartezeit von 3 h fuhren wir weiter. Bekommt man einige der wenigen Genehmigungen, kann man geführt von einem Ranger, bis auf den Gipfel des Vulkans wandern.

Etwa 3 km weiter befinden sich die markanten Roques de Garcia, bizarre, nadelförmige Felsformationen. Der wohl bekannteste ist der Roque Cinchado. Endlich am Fuße des Vulkans angekommen, parkten wir mit hunderten anderen auf einen der wenigen freien Plätze. Vorbei an Reisegruppen, lief ich abseits der Wanderwege querfeldein und erhoffte mir einen etwas anderen Blick auf den Teide zu bekommen. Nach mehreren Standortwechsel und verfolgt von unzähligen Geckos, fuhren wir weiter.

Tag 9 (Loropark die zweite

wie vorher schon beschrieben, lösen wir heute unsere zweiten Eintrittskarten für 10,-€ das Stück ein. Ohne gehetzte von Show zu Show, möchten wir heute den restlichen Park in aller Ruhe erkunden.

Tag 10 (Punta del Hidalgo)

Fotoziele des Tages:
  • 1.Leuchtturm
In mehreren Fotogalerien habe ich schon Bilder vom Leuchtturm "Punta del Hidalgo" gesehen. Ich fand dieses Bauwerk immer schon beeindruckend und nutzte daher die Chance einige respektable Aufnahmen von diesem architektonisch äußerst gelungenen Bauwerk zu bekommen. Von Puerto de la Cruz fahren wir die 35 km nördlich nach "Punta del Hidalgo".

Das Örtchen mit den kleinen Häusern und den wellblechüberdachten Bananenplantagen, versprüht schon einen gewissen Charme. Wir hatten einige Mühe, zu Fuß den richtigen Weg zum Leuchtturm zu finden. Endlich am Strand angekommen, ging es ca. 1,5 km an der Küste direkt bis an das imposante Gebäude heran. Es ist aber auch möglich, mit dem Auto bis zum Turm zu fahren. Das nutzten einige Badegäste und behinderten mit ihren Wagen, die freie Sicht auf den Turm. :(

Nach einigen Fotos mit dem Tokina in ziemlich staubiger Umgebung, liefen wir zum Auto zurück. Noch schnell ein Bild von der Ortskirche und ab geht’s ins Hotel. Für den heutigen Tag sollte es das gewesen sein, die rechtlichen Stunden relaxen wir am Hotelpool.

Tag 11 (Miniaturenpark "Pueblo Chico")

Fotoziele des Tages:
  • 1. Aufnahmen aus der Froschperspektive
Nun ist die schöne Zeit auch schon wieder vorbei. Am letzten Tag möchte ich keine großen Ausflüge mehr machen, zudem habe ich alles was ich fotografieren wollte fotografiert. Nach langem Überlegen, haben wir uns entschlossen den 3 km entfernten Miniaturen park oberhalb von Puerto de la Cruz zu besuchen. Dort sind maßstabsgetreue Nachbildungen der kanarischen Sehenswürdigen in landestypischer Umgebung zu besichtigen. Den Eintritt von 12,- € fand ich ziemlich teuer für die relativ kleine Anlage. Kleine Objekte aus der Froschperspektive, sehen mit einem Weitwinkel fotografiert extrem groß aus. Ist schon lustig, wie die max. 3cm kleinen Figuren wirken. 45 min später, waren wir auch schon durch und wir fuhren noch ein paar Kleinigkeiten im naheliegenden Einkauftempel besorgen.

Schlusswort

Ich hatte in den 11 Urlaubstagen überwiegend das Tokina 12-24 im Einsatz. Nach über 4000 Fotos mit diesem Objektiv, habe ich den Kauf in keinster Weise bereut. Die Qualität und die Abbildungseigenschaften sind wirklich Top und ich kann es jedem nur empfehlen.

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