Ich erhoffe mir, in diesem Urlaub interessante Fotos von Land und Leute machen zu können. Für diese Reise habe ich mir extra das 12-24 mm Objektiv von Tokina, einen zweiten Akku und einen Rucksack von Tamrac zugelegt. Mein mitgeführtes Equipment:
Meine Befürchtungen, dass mein Fotorucksack und mein Notebook nicht als Handgepäck durchgingen, bewahrheiteten sich zum Glück nicht. Wie bei meinem letzten Flug, musste ich auch dieses Mal, die technischen Geräte auf Sprengstoff untersuchen lassen. Nachdem alles ok war, hatten wir durch die einstündige Verspätung unserer Maschine, genug Zeit, um uns im Duty Free Shop umzuschauen. (nerv)
Das fängt ja super an, dachte ich mir. Endlich im Flieger nahmen wir in Reihe drei Platz und beobachteten was für Leute noch zustiegen. Auch im Flugzeug kann man sich seine Nachbarn nicht aussuchen :) Hinter uns saß ein netter Herr, ? dieser, der Stewardess kurz vor dem Start mitteilte, dass er regelmäßig fliegt, aber es seit ca. 10 Jahren zu keinen nennenswerten Zwischenfällen gekommen sei. (Panikattacken, Anfälle). Falls es doch dazu käme, müsse man nur seine Beine fest zum Oberkörper drücken und die Attacken gingen vorüber. Mit dieser Erkenntnis über unseren Hintermann ertönte das Anschnallsignal und wir hoben ab.Auf dem Weg zu unserem Hotel dachte ich schon wir haben uns verflogen und sind auf dem Mond gelandet. Kein Grün nur Felsen, Schotter und karge Landschaft. Meine Frau beruhigte mich diesbezüglich und meinte, dass im Süden wegen der geringen Niederschläge es immer so aussieht. Im Norden dagegen, wohin wir unterwegs waren, ist die Vegetation üppig und das krasse Gegenteil zum Süden.
Ich lass mich mal überraschen. Dank mitgebrachten Navigationssystems fanden wir unser Hotel "Chiripa Garden" (relativ) schnell. Ich kann jedem der auf Teneriffa mit dem Auto unterwegs ist nur empfehlen, ein solches mitzunehmen, da die Straßenführung in den Ortschaften teilweise sehr verwirrend ist.Für jeden war etwas dabei, von leichten Tageswanderungen, bis hin zu 2 Tagestouren mit Übernachtung im Gebirge. Die Wanderausrüstung konnte man sich im Hotel ausleihen. Doch das kommt für uns Flachlandtiroler sowieso nicht in Frage. Dann gab es noch Informationen über den Loropark und seine Attraktionen, den wir auf jeden Fall besuchen werden. Segelturns und eine Busfahrt zum Teide standen ebenso auf dem Plan, wie eine Fahrt zum Traumstrand "Playa de las Teresitas" Ich habe mich vor unserer Reise bereits über verschiedene Fotomotive auf Teneriffa erkundigt. Auf dieser Veranstaltung wurde aber noch der eine oder andere Ausflugtip vorgestellt, der nicht auf meinem Plan stand. Z.b. eine Atlantikfahrt auf einem alten Segelschiff.
Der weiße Sand (für Teneriffa eher unüblich), wurde in den 70er Jahren in 4 Millionen Säcken (100.000 m3) aus der Sahara angeschifft und macht "Playa de las Teresitas" zum größten künstlich angelegten Sandstrand der Welt. Für mein Foto, fuhren wir noch 2,5 km Richtung Norden. Dort befindet sich eine Anhöhe, von dieser man einen super Blick auf den Strand und das dahinter liegende Anaga-Gebirge hat.
Wieder ein gutes Motiv, um mein neues Tokina 12-24 Weitwinkel zu testen. Ich baute mein Stativ auf und machte gleich mehrere Fotos mit verschiedenen Blend- und Belichtungseinstellungen. Ich dachte mir: wenn ich schon mal hier oben bin, mache ich besser ein paar Fotos mehr und sortiere später aus. Die Sicht ist recht gut, wenn auch nicht optimal, aber das muss man wohl in einigen Regionen Teneriffas und zu dieser Jahreszeit hinnehmen.Auch hier machte sich mein Weitwinkel wieder bezahlt. Die letzten 6 km der Fahrt macht die Straße ein 16 %iges Gefälle, also vorher die Bremsen eures Mietwagens testen. Ich würde aber keinem empfehlen, in dieses im wahrsten Sinne des Wortes "kleinen Bergdorf" mit dem Auto zu fahren. Die Straßen waren selbst für den relativ kleinen Golf sau eng. Auf dem Rückweg fuhren wir durch den Mercedeswald und hielten an verschiedenen Aussichtspunkten. Einer der schönsten und bekanntesten ist der auf 992 m gelegene "Mirador Pico del Ingles". Bei guter Sicht erschließt sich zur linken, das Anagagebirge und bietet zur rechten einen fantastischen Blick hinweg über La Laguna auf den "Pico del Teide". Etwas fertig auf den Knochen, ging’s zurück ins Hotel. Kurz Bilder sichten, Akkus laden und das leckere Abendbrot mit ein bis zwei Bierchen genießen.
Mit der normalen Eintrittskarte haben wir noch eine sogenannte Discoverytour gebucht. Die fast zweistündige Tour für 9,- € führte uns hinter die Kulissen des Loroparks. Und unsere deutschsprachige Tourführerin erzählte interessantes über den Park und die dort lebenden Tiere. Es war soweit ganz ok, hätte mir aber mehr davon versprochen. Zum fotografieren war kaum Zeit, da die gute Frau einem straffen Zeitplan folgte. Das durchgehetze bei der hohen Luftfeuchtigkeit hielt also den Spaßfaktor in Grenzen.
In der Orca-Show gibt es eine sogenannte Splash-Zone. Wer nicht bis auf die Unterwäsche nass werden möchte, sollte sich für 3,- € einen Regenüberzug kaufen oder setzt sich gleich einige Reihen höher. Es ist auf jeden Fall sehr lustig anzuschauen, wenn der 6 Tonnen schwere Killerwal mit seiner Schwanzflosse mehrere hundert Liter Wasser über die ersten Reihen verschüttet.
Alle Shows sind inklusiv der 31,- € Eintritt, doch alle Shows an einem Tag mit allen anderen Attraktionen des Parks ist kaum zu schaffen. Aber hier bietet der Loropark ein super Angebot, für nur 10,- € und bei Vorlage des Personalausweises, kann man eine weitere Eintrittskarte erwerben. Diese ist 14 Tage gültig und nicht übertragbar. Also Loropark, wir sehen uns wieder.Das Wetter ist wie immer diesig, keine erkennbaren Strukturen im Himmel. Ich mache mit dem Tokina mehrere Aufnahmen, mit unterschiedlicher Belichtung und hoffe später durch Tonemapping etwas mehr Kontrast in die Bilder zu bekommen.
Direkt neben dem Park des Drachenbaums, befindet sich das Schmetterlingshaus "Mariposario del Drago". Für 12,-€ Eintritt, Kinder bezahlen die Hälfte, kann man in dem kleinen Tropenhaus u.a die größten Schmetterlinge der Welt bestaunen. Die tellergroßen Falter, hängen wie unecht an den Bäumen, ein Schild weist auf die Lebendigkeit der Tiere hin.Ich begab mich sofort auf Augenhöhe mit dem Reptil und knipste was das Zeug hält. Meine Frau kam zu mir und meinte, dass sie nicht echt sei. Nach genauerem hinschauen war auch ich dieser Meinung. Etwas enttäuscht gingen wir langsam zum Ausgang, als meine Tochter völlig aufgelöst zu uns rannte und meint, dass die Echse sich bewegt hat. Ich konnte es erst gar nicht glauben, wo ich sie mir doch genau angeschaut habe und sie für Plastik gehalten habe.
Heute präsentiert sich der Ort im neuen Glanz, die weißen Häuser mit meist roten Ziegeldächern harmonieren mit den Blumenbehangenen Balkonen und den alten Kopfsteinpflasterstrassen. An der Küste baden Einheimische in vom Meer ausgewaschenen Felsenbecken. Die Wellen schlagen dort mit einer solch unvorhersehbaren Wucht auf die Küste, dass es einigen Ahnungslosen Urlaubern beinahe zum Verhängnis wurde. Einige Fotos später besuchten wir das Stadtzentrum von Garachico. Der Platz "Plaza de Liberad" in mitten der Stadt, bot mit der alten Pfarrkirche "Santa Ana" und den Schattenspendenden Bäumen eine schönes Fotomotiv. Freihändig und mit dem Tokina 12-24 entstand dieses Panorama aus xxx hochkant Aufnahmen.
Santa Cruz de Tenerife ist nicht gerade eine Autofahrerfreundliche Stadt. Parkplätze sind rar und die vielen Einbahnstraßen machen Ortsfremde das Leben schwer. Am besten ist es, das eigene Auto im Parkhaus oder auf einen vor der Innenstadt liegenden Parkplatz zu parken. Der Fußweg ist dann nicht mehr weit.
Auf dem Schiff freue ich mich unter meines gleichen zu sein. Mehrere Leute mit Spiegelreflexkameras hatten sich auf dem Deck versammelt. Aber bald stellte ich fest, dass sie Fotos von Passagieren machten, um diese später für 10,- € das Stück zu verkaufen. Die Paparazzi gingen von Bord und der Dampfer legte ab. Unser Sitzplatz war zwar sonnengeschützt, hatte aber den Nachteil, dass immer ein leichter Dieselgeruch des Motors zu verspüren war.
Eine Tüte bekam ich von einem Angestellten, den ich danach noch öfters mit einer Rolle Abreißtüten über das Deck flitzen sah. Einen Mann hat es richtig kräftig erwischt, er lag die gesamte Reise im Schoß seiner Frau und aus der vor ihm stehenden Tasche schaute eine Spiegelreflexkamera mit Teleobjektiv hervor.
Der Typ konnte einem richtig leidtun. In einer Bucht an der Steilküste von Los Gigantes hielten wir für einen kurzen Bades top.Alle stürmten zu einer Seite um die Tiere zu beobachten. Es war schwer gute Fotos zu machen, da die Tiere lange abtauchten und man nicht genau wusste wo und wann sie das nächste Mal wieder erscheinen würden. Zudem hatte das Boot noch einigen Seegang. Insgesamt dauerte die Tour 5 Stunden und wir hatten einige Male das Glück Delfine und auch kleinere Wale beobachten zu dürfen.
Die sehr steile und kurvenreiche mit ca. 30km kürzere Strecke, soll laut Aussage unseres Reiseleiters nicht so attraktiv sein. Wir entschieden uns daher für die längere Route, diese führt uns 70 Km auf einer sehr gut ausgebauten Straße durch malerische Wälder (Bosque de la Esperanza). In unregelmäßigen Abständen machten wir einen Stopp an einigen der vielen Aussichtspunkte. Spätestens jetzt war ich froh, dass wir mit dem eigenen Auto gefahren sind, so konnte ich in aller Ruhe Aufnahmen von der beeindruckenden Landschaft machen.
Langsam artet es in Arbeit aus, alle 500 Meter sah ich einen schöneren Aussichtspunkt, wo ich anhielt um Aufnahmen zu machen. Die Tochter ist schon genervt und ihr wurde zudem, wie meistens bei langen Kurvenfahrten etwas übel. Was mich natürlich wieder zum Anhalten zwang. Foto :)Vor uns lag eine schneeweiße Gebäudegruppe, die in dieser Umgebung an eine Mondlandestation erinnert. Im Observatorium "Observatorium Astronomico" beobachten Wissenschaftler über zwei Nachtteleskope nahezu störungsfrei das Weltall. Eine Schranke stoppte unseren Abstecher zu diesem futuristisch anmutenden Gebäudekomplex.
Auf dem Weg dorthin begegneten uns immer wieder Radfahrer und Wanderer, die ich in unserem klimatisierten Golf nur bedauern konnte. Wir hatten zwar vorsichtshalber Jacken mitgenommen, da wir aus unserem Österreich Urlaub wussten, dass es in solch einer Höhe kalt werden kann. Doch erstaunlicher Weise wurde es immer wärmer, so strampelten sich die Armen bei ca. 30 Grad die Körpersäfte aus dem Leib.
Mit der Seilbahn kann man bis auf 3550 m Höhe fahren, kostet ca. 15 €. Außerdem standen dort schon sehr viele Autos und bei einer voraussichtlichen Wartezeit von 3 h fuhren wir weiter. Bekommt man einige der wenigen Genehmigungen, kann man geführt von einem Ranger, bis auf den Gipfel des Vulkans wandern.Etwa 3 km weiter befinden sich die markanten Roques de Garcia, bizarre, nadelförmige Felsformationen. Der wohl bekannteste ist der Roque Cinchado. Endlich am Fuße des Vulkans angekommen, parkten wir mit hunderten anderen auf einen der wenigen freien Plätze. Vorbei an Reisegruppen, lief ich abseits der Wanderwege querfeldein und erhoffte mir einen etwas anderen Blick auf den Teide zu bekommen. Nach mehreren Standortwechsel und verfolgt von unzähligen Geckos, fuhren wir weiter.
Das Örtchen mit den kleinen Häusern und den wellblechüberdachten Bananenplantagen, versprüht schon einen gewissen Charme. Wir hatten einige Mühe, zu Fuß den richtigen Weg zum Leuchtturm zu finden. Endlich am Strand angekommen, ging es ca. 1,5 km an der Küste direkt bis an das imposante Gebäude heran. Es ist aber auch möglich, mit dem Auto bis zum Turm zu fahren. Das nutzten einige Badegäste und behinderten mit ihren Wagen, die freie Sicht auf den Turm. :(