Es schüttet wie aus Eimern, während ich den ersten Tag meines Reiseberichtes aus einem New Yorker Hotelzimmer schreibe. Unsere USA Reise war von langer Hand geplant und so hatte ich genügend Zeit mich über die strengen Einreisebestimmungen und vor allem die vielen Stolperfallen, in die man tappen kann, vorab im Netz zu erkundigen. Um bei der späteren Wiedereinreise nach Deutschland keine Probleme mit meiner Kameraausrüstung zu bekommen, habe ich mir vorab beim Zollamt mein gesamtes Equipment beglaubigen lassen. Dazu werden die Seriennummern aller Geräte vom Zollbeamten kontrolliert und in ein Formular eingetragen. Damit es schneller geht, habe ich dieses zuhause bereits auf einem weißen Blatt Papier getan. Dieses wurde dann einfach an das Formular angehangen und abgestempelt.
Das ist die sicherste Methode dem deutschen Zoll klar zu machen, dass einem die Geräte schon vor der Einreise in die USA gehört haben, denn auf einer Rechnung, die viele mitnehmen, steht in den seltensten Fällen eine Seriennummer drauf. Das Formular welches ihr benötigt, trägt die einleuchtende Bezeichnung "INF3", auch "Nämlichkeitserklärung" genannt.
Je mehr ich las, umso mulmiger wurde mir. Viele schreiben, dass man eine Wartezeit von ca. 2 h am JFK Airport hat, bevor ein meist unfreundlicher Beamter entscheidet, ob man einreisen darf oder nicht. Mit diesem Wissen ist mir jedenfalls schon auf der Hinreise nicht gerade zum Lachen zumute gewesen, zumal sich meine Englischkenntnisse in Grenzen halten. Aber von vorne: Der Flieger, der uns in einem Nonstop-Flug von Tegel nach New York brachte, hob planmäßig ab und landete sicher nach 8 Stunden und 6378 km bei heftigen Windböen in New York. Nachdem wir aus der Boeing 767 gestiegen sind, liefen wir in die riesige Flughalle des JFK Airports. Wir staunten nicht schlecht. Die Halle, in der sonst Tausende von Fluggästen auf ihre Abfertigung warteten, war völlig leer. Und mit leer meine ich leer, nur die Passagiereaus unserer Maschiene wollten mit uns in die Staaten einreisen. Wir wurden freundlich aber bestimmend zu einem Immigration Schalter verwiesen. Dort wurden unsere Pässe kontrolliert, von jedem (alle 10) Fingerabdrücke genommen und ein Foto gemacht. (Kinder unter 14 Jahre müssen kein Foto machen)
Bei meiner Frau und bei meiner Tochter lief alles problemlos. Nur bei mir fragte der Beamte, nachdem meine Fingerabdrücke eingescannt wurden, wann ich das letzte Mal in den USA gewesen sei. Es gäbe da wohl Schwierigkeiten mit meinen Abdrücken. Meine Frau antworte sofort für mich “first time". Danach gab mir der Mann am Schalter meinen Pass zusammen mit dem Einreiseformular zurück und schickte mich zu einem anderen Beamten, der sich am Ende der Halle befand. Ich übergab ihm meine Papiere und musste in einem extra Raum voll mit New Yorker Zollbeamten und anderen komische Gestalten Platz nehmen. Ich kann euch sagen, wohlfühlen ist anders.
Nach ca. 15 min rief mich eine Frau zu sich und fragte mich zwei dieser bekannten Fragen, die man immer wieder liest. Warum sind sie hier und wann geht’s zurück. Ich antwortete: "Vacation" und nannte ihr mein Rückreisedatum, sie wünschte mir einen schönen Aufenthalt. Ich musste weder ein zweites Mal Fingerabdrücke abgeben, noch haben sie meine Fotoausrüstung näher in Augenschein genommen. So, jetzt nur noch durch die Gepäck- und Personenkontrolle und dann könnten wir es geschafft haben. Am Kontrollpunkt angekommen, gaben wir dem Beamten die Zollerklärung, die wir zuvor fehlerfrei im Flugzeug ausfüllen mussten und konnten ohne weitere Kontrolle passieren. Nun waren wir tatsächlich in den Vereinigten Staaten von Amerika.
Meine Fingerabdrücke konnten wohl nicht richtig vom Lesegerät erkannt werden. Ich spiele ab und zu ein wenig Gitarre, dadurch bildet sich auf den linken Fingern eine Hornhaut, evtl. hat es daran gelegen. Oder es war nur eine Stichkontrolle. Naja, abgesehen von den Schwierigkeiten mit den Fingerabdrücken, hat die Einreise nur etwa 5 min gedauert.
Was die Leere des Flughafen betrifft hatten wir sicher einfach nur Glück. An einem anderen Tag kann es hier ganz anders aussehen. Also bitte nicht davon ausgehen, dass es immer so ist. Am Ausgang vom JFK Airport beantworten Servicemitarbeiter an einem Infostand alle eventuellen Fragen. Dort wurde uns auch geraten, nur eines der (berühmten) Yellow Cabs zu nehmen, alle anderen, die uns ansprechen, sollten wir abweisen.

Vom Flughafen fuhren wir mit einem Yellow Cab zu unserem Hotel in New York City, das nur 10 min Fußweg vom Times Square entfernt liegt. Die Fahrt dauerte ca. 40 min und kostete 50 $. In Amerika wird ein Trinkgeld von 10-15 % erwartet (der sogenannte “Tip"), so haben wir insgesamt 60 $ bezahlt, was umgerechnet ca. 42 € sind. Es ist schon ein cooles Gefühl, zu dritt auf der riesigen Rückbank eines gelben Taxis zu sitzen und durch die Stadtteile Queens und Manhattan zu fahren.

Der Verkehr ist atemberaubend, einfach unglaublich. Die Yellow Cabs scheinen einen besonderen Status auf den Straßen zu besitzen, kein Wunder, bei ca. 12000 Stück in New York. Es regnet jetzt wie aus Eimern und wir waren nach dieser langen Reise und der Zeitverschiebung doch froh unser Hotelzimmer beziehen zu können. Das Skyline Hotel ist zentral gelegen und so erreichen wir alle Sehenswürdigkeiten mit der U-Bahn oder zu Fuß. Zum Glück, denn Autofahren in New York wäre der absolute Horror.
Jetzt noch ein paar Worte zu unseren Mitreisenden. Begleitet haben uns bei diesem USA-Trip die Schwester meiner Frau und ihr Mann. Um nicht im Reisebericht Sätze wie “der Mann, der Schwester meiner Frau” schreiben zu müssen, habe ich die Personen unserer kleinen Reisegruppe folgendermaßen nummeriert.
Koffer abgestellt und ab zum Times Square, der wie schon erwähnt, nicht weit von unserem Hotel entfernt liegt. Dort angekommen war erst mal Staunen angesagt. Alles, was ich bisher gesehen habe, hat diese Einkaufsmeile in den Schatten gestellt. Abgesehen von den Wolkenkratzern sind dort gigantische Werbeflächen zu sehen (bewegte Bilder versteht sich). Diese erzeugen so viel Licht, dass der Times Square auch bei Nacht hell erleuchtet ist. Eben alles größer, schneller und ein bisschen weiter. Ein kurzer Besuch bei diesem starken Regen sollte uns reichen und so aßen wir noch schnell einen Happen bei Mc Donald´s, bevor wir zurück ins Hotel liefen.
Hier noch eine kurze Anekdote vom ersten Kontakt mit einem New Yorker. Ich habe mir, was das amerikanische Englisch betrifft, einige Begriffe eingeprägt (dachte ich zumindest). Als wir Mc Donald´s verließen, sah ich, wie unter dem Stuhl eines wirklich schwergewichtigen Mannes ein Handy lag. Ich wusste, dass man in Amerika nicht Handy sagt, sondern Mobile Phone oder Cell Phone. In diesem Augenblick fiel mir das natürlich nicht ein und so klopfte ich dem Mann, der mit dem Rücken zu mir saß, leicht auf die Schulter, zeigte auf das Telefon am Boden und sagte: "Sir, your Handy." Nachdem dieser ziemlich verwirrt schaute, begriff er, was ich meinte, und hob es auf. Im Nachhinein sagte mir Nummer 4Der Mann der Schwester meiner Frau (der Übersetzer), dass "handy" in Amerika mit handlich/griffig übersetzt wird. Na schönes Ding dachte ich, gerade mal ein paar Stunden in New York und ich sage einem übergewichtigen Eingeborenen, wie handlich ich ihn finde. Ist ja noch mal gut gegangen.
Nach ein paar Stunden Schlaf ging es früh um 8:00 Uhr wieder los. Ein kleines Frühstück bei Dunkin´ Donuts und wir machten uns auf zum Rockefeller Center. Diverse Fast-Food-Ketten werden uns übrigens den gesamten Urlaub mehr oder weniger ernähren. Auf dem Weg dorthin schauten wir noch bei dem Flugzeugträger (USS Intrepid) vorbei, auf dem Will Smith im Film “I am Legend” Golf spielte. Dank der Vorarbeit von Nummer 3Die Tourenplanerin - Die Schwester meiner Frau, waren alle Tage unserer USA Reise präzise durchgeplant. Da der Flugzeugträger nicht auf unserem Plan stand und wir einen straffen Zeitplan einzuhalten hatten, sahen wir von einer Besichtigung ab.
Am Rockefeller Center war es, im Gegensatz zu dem, was wir im Internet gelesen haben, total leer. Dies lag aber sicher daran, dass es erst Sonntag 8:45 Uhr war. Das vom Milliardär Jon D. Rockefeller Jr. 1930 fertiggestellte Rockefeller Center hat mit seinen 19 Nebengebäuden eine Grundfläche von 89.030 qm. Unter anderem gehört dazu die Radio City Music Hall, Fernsehstudios, eine unterirdische Einkaufspassage mit Restaurants und natürlich die berühmte, aus vielen Filmen bekannte, Eislaufbahn (nur in den Wintermonaten bis April)
Der Eintritt für die Aussichtsplattform „Top of the Rocks“ kostet für Erwachsene 22 $ und Kinder bis 12 Jahre sind ermäßigt. Da wir zur blauen Stunde noch einmal rauf wollten, haben wir uns für das Sunrise/Sunset Ticket entschieden. Es kostet 32 $ und ist für eine weitere Besichtigung am Abend gültig. Nach einer Sicherheitskontrolle (wie am Flughafen) fuhren wir die 290 Meter in 5 Sekunden bis zur Aussichtsplattform.
Das Wetter spielte im Gegensatz zu gestern mit, wir haben blauen Himmel mit einigen Wölkchen. Der Blick von hier oben ist einfach atemberaubend. Der Eindruck, den man hier oben erhält, lässt sich sicher nicht mit einem Foto wiedergeben, das muss man selbst erlebt haben. Ich hatte aber zum Glück mein geliebtes 12-24 Tokina Weitwinkel mit, um wenigsten so viel wie möglich von der Kulisse einfangen zu können. Das untere Bild ist aus 26 Einzelfotos zusammengesetzt worden und ist im Original 6000 x 2000 Pixel groß. Da ich hier oben kein Stativ genutzt habe, wurden diese alle per Hand fotografiert. Ich bin immer wieder überrascht wie gut das funktioniert, vorausgesetzt das Motiv ist nicht zu nah dran. Es gibt zwei Aussichtsplattformen, auf der obersten kann ohne störende Sicherheitsscheiben fotografiert werden.
Von hier oben hat man einen tollen Blick über Manhattan und direkt auf das Empire State Building. Das für mich schönste Gebäude in New York, das Chrysler Building, sieht man jedoch vom Empire State Building am besten. Der 330 Meter hohe Wolkenkratzer wurde im Jahr 1930 eingeweiht und ist seitdem eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Der sechsgeschossige, obere Aufbau besteht aus rostfreien Stahlbögen und macht das Aussehen des Chrysler Buildings einzigartig.
Diese 30 Tonnen schwere Mütze wurde bis zum Schluss geheim gehalten, denn zum damaligen Zeitpunkt buhlten noch andere um den Titel "das höchste Gebäude der Welt". Kurz vor der Einweihung setzen die Arbeiter die vormontierte Kuppel in nur 1 1/2 Stunden auf das Gebäude und gewannen so den Höhenrekord gegenüber der "Bank of America" und dem "Trump Tower" welche sich ebenfalls im Bau befanden.
Wieder unten angekommen, machten wir noch einen Abstecher zur Rockefeller Plaza mit Blick zur Prometheus-Statue, die direkt vor dem Top of the Rock steht. Den besten Blick auf das imposante Gebäude erschließt sich einem, wenn man über die Fifth Avenue Richtung Plaza läuft. Um das ganze Haus auf ein Bild zu bekommen, ist schon eine ziemlich kurze Brennweite erforderlich.
Das Fotografieren in New York ist generell, was die Lichtverhältnisse angeht, schwierig. Durch die eng stehenden Wolkenkratzer dringt die Sonne fast nie bis zu den Straßen durch, folglich gibt es sehr große Kontrastunterschiede. Während die oberen Etagen der Häuser durch die Sonne hell erleuchtet sind, liegen die Fußgänger im Schatten. Wem es möglich ist, der sollte hier im RAW-Format fotografieren, das ermöglicht später noch eine verlustfreie Aufhellung der Tiefen.

Ich habe irgendwo mal gelesen, dass man New York nicht ohne Blasen an den Füßen richtig erkunden kann. Und es stimmt, zumindest bei mir. Ich habe mir am zweiten Tag eine Blase am Zeh zugezogen, die nicht die einzige in diesem Urlaub bleiben soll.
Das nächste Ziel unserer Besichtigungstour ist der Central Park. Auf dem Weg dorthin liefen wir die Fifth Avenue entlang, vorbei an der St. Patrick´s Cathedral, die schon in Manhattan stand, als es weit und breit nichts als steinigen Boden gab. Die 110 Meter lange und 60 Meter breite Kathedrale erinnert ein wenig an den Kölner Dom und passt so gar nicht in die sonst sehr moderne Architektur von New York. Das sieht man in New York übrigens öfter, alte Häuser inmitten moderner Wolkenkratzer.
Der Trump Tower, die wohl exklusivste Adresse in New York, liegt ebenfalls auf der Fifth Avenue. Hier residieren unter anderem Bill Gates und Sophia Loren. Das kleinste Appartement kostet hier bereits Millionen, umso höher umso teurer wird es. Kurz noch einen Blick in den New Yorker Apple Store und den kostenlosen WLAN-Zugang nutzen, um den Lieben zu Hause mit dem Cell Phone eine Mail zu schreiben. Danach holte ich mir an einem der zahlreichen kleinen Imbissstände noch einen Fleischspieß für 6,50 $. Leider war das Fleisch innen noch roh, sodass ich den Spieß wegwerfen musste.
Zwei Tage später bekam ich eine Griebe (Herpes) an Ober- und Unterlippe, die ich den Rest unseres Urlaubes mit mir rumtragen musste. Die Griebe war dermaßen groß, dass ich sie eigentlich mit Nummer 5Die Griebe bezeichnen müsste. Nummer 4Der Übersetzer - Der Mann der Schwester meiner Frau war der Meinung, dass der rohe Fleischspieß daran schuld gewesen sei. Gut möglich, ekelig war das schon. Essen in Amerika ist sowiso eine Geschichte für sich, aber dazu später mehr.
Wir betraten den Central Park von der Fifth Avenue. Der Central Park wird auch die grüne Lunge von New York genannt, welche die Stadt auch dringend benötigt. Denn Wald und Wiese sucht man ansonsten vergebens in dieser Weltmetropole. Dementsprechend hoch sind auch die Mieten um diesen Park herum. Der Central Park trennt die Gegend nördlich der 59th Street in die Upper East und die Upper West Side. Östlich des Parks wohnen die Millionäre, während zwischen der 61th und der 81th sich die Multimillionäre niedergelassen haben. Davon gibt es übrigens jede Menge in New York. Denn unglaubliche 102.000 Menschen besitzen mehr als eine Million Dollar.



Ich dachte bisher, der Central Park besteht vorwiegend aus dunklen Ecken und großen Rasenflächen. Aber im Gegenteil, der 1978 eröffnete Park ist ein freundliches, hell angelegtes Erholungsparadies mit jeder Menge interessanter Menschen. Für Jogger und Radfahrer führt eine eigens dafür angelegte Straße durch den Park. Diese wird auch von der Polizei und von den vielen Pferdekutschen, die für 50 $ (20 min) gemietet werden können, befahren.
Was mich persönlich am meisten an diesem Park fasziniert hat, sind die Straßenkünstler. Allem voran die Rollschuhfahrer, die nach der Musik eines Live DJ´s ihr Können den vielen Zuschauern präsentieren. Die Musik geht ins Blut, und wenn mir nicht die Beine vom vielen Rumlaufen schmerzen würden, hätte auch ich ein wenig mitgezappelt. Hier tanzen überwiegend die nicht mehr ganz jungen Menschen aus allen Nationen nach einer unbeschreiblich coolen Mucke.
Apropro Beine schmerzen, hier noch ein kleiner Tipp: wer für New York wie wir nur 4 Tage Zeit hat, sollte sich gutes Schuhwerk anziehen. Was wir in den Tagen gelaufen sind, geht auf keine Kuhhaut.
Im New Yorker Central Park findet man das „Strawberry Fields Memorial“, eine Gedenkstätte zu Ehren von John Lennon. Der Vater von Nummer 2Die Reisemanagerin - Meine Frau und Nummer 3Die Tourenplanerin - Die Schwester meiner Frau, der großer Beatles-Fan ist, gab uns einen kleinen Teddy mit, den wir zusammen mit der Gedenkstätte fotografieren sollten. Es war gar nicht so einfach, denn ausgerechnet, als wir davor standen, erzählte ein selbst ernannter Beatles-Philosoph den Zuschauern etwas über die Kultband und deren Geschichte. Als dieser unsere vorsichtigen Versuche sah, den Teddy für ein Foto auf das Mahnmal zu platzieren, griff er sich diesen und stellte ihn für uns direkt in die Mitte.
Schnell ein Foto und weiter ging es.
Da wir, wie oben beschrieben, ein Sunrise/Sunset-Ticket für den Top of the Rock gekauft haben, fuhren wir zur blauen Stunde noch einmal hinauf. Vorher haben wir uns mit einem Burger auf der Rockefeller Plaza gestärkt. Im Internet war des Öfteren zu lesen, dass große Stative auf Hochhäusern nicht gestattet sind. Deshalb hatte ich mir extra den Gorilla Pod für SLR´s (biegsames Stativ) gekauft. Allerdings scheint dieses Verbot nicht auf dem Rockefeller Center zu gelten, denn hier oben habe ich mehrere ausgewachsene Stative im Einsatz gesehen. Der Gorilla Pod war besser als gar kein Stativ, ein richtiges wäre bei dem starken Wind dennoch besser gewesen. Das erste Foto in diesem Reisebericht ist dort oben entstanden.

Unser dritter Tag beginnt wieder mit einem Frühstück bei Dunkin´ Donuts. Gut gestärkt und mit einer zweiten Blase am Fuß des Berichterstatters, laufen wir die paar Meilen zum Empire State Building. Dort war es jedoch dermaßen voll, dass wir diesen Besuch auf den nächsten Tag verschoben haben, was sich später noch als gute Idee erweisen sollte. Wir entschlossen uns, erst einmal das Flatiron Building anzuschauen.
Das Flatiron Building, übersetzt Bügeleisengebäude, gehört zu den ersten Hochhäusern mit Stahlskelett. Im Jahre 1902 war das Flatiron Building mit seinen 87 Metern, das höchste Haus in New York. Es lässt sich relativ gut fotografieren, ein Weitwinkel- bzw. Schift-Objektiv vorausgesetzt, obwohl ich meinen Standpunkt im Nachhinein nicht als optimal betrachte. Danach fuhren wir mit der U-Bahn bis zur Station City Hall, um dort Ground Zero zu besichtigen.
Dass ich jemals vor Ground Zero stehen würde, hätte ich mir im Leben nicht vorgestellt. Es ist nun schon ziemlich lange her, dennoch lassen die Bilder im Fernsehen einem immer noch den Atem stocken. Nun stehe ich selber davor und versuche mir vorzustellen, was die Menschen an diesem schrecklichen Tag miterlebt haben müssen. Es wird aber sicherlich niemanden gelingen, der nicht bei dieser Tragödie dabei gewesen ist. In einer kleinen Kirche mit Namen St. Pauls Chapel, die den Einsturz der beiden Tower unbeschadet überstanden hat, wurden einige der Opfer erstversorgt.
Die Häuser und Geschäfte stehen so dicht an den ehemaligen Türmen, dass man sich einfach nicht vorstellen kann, dass hier solche riesigen Häuser eingestürzt sind.
Das bauliche Konzept für den Neuaufbau wurde 2003 vom Architekten Daniel Liebeskind übernommen, jedoch dann wegen Sicherheitsmängel wieder verworfen. Jetzt entstehen insgesamt 5 neue Wolkenkratzer, für die nun 3 Architekten zuständig sind. Eines der Hochhäuser wurde bereits 2006 fertiggestellt, zwei weitere haben bereits das 50ste Stockwerk erreicht. Fertigstellung aller 5 soll laut Plan 2013 bzw. 2014 sein. Wo früher die Zwillingstürme standen, wird ein Denkmal errichtet.
Unweit von Ground Zero befindet sich das Century 21, in dieser Mall (Mall heißen in den USA die Einkaufstempel) kann man sich neu einkleiden. Von Taschen bis Klamotten ist hier alles zu haben. Da wir aber vom Laufen wieder fix und alle waren, außer Nummer 1Die Shoppingqueen - Unsere Tochter, Nummer 2Die Reisemanagerin - Meine Frau, Nummer 3Die Tourenplanerin - Die Schwester meiner Frau, deren Beine auch etwas jünger sind, hatten wir keine richtige Lust zum Shoppen.
Die weltbekannte Wall Street erreichten wir zu Fuß von Ground Zero in etwa 10 min. 1652 wurde durch die niederländische Westindien-Kompanie bzw. durch dessen Gouverneur „Petrus Stuyvesant“, als Schutz vor Überfällen der Indianer, quer über die Insel eine Mauer (Wall) aufgeschüttet. Diese gab später der dort verlaufenden Straße ihren Namen. Die Wall Street ist das Zentrum des New Yorker Financial Districts. Hier befindet sich auch der New York Stock Exchange (NYSE), die größte Wertpapierbörse der Welt. Am Ende der Wall Street stößt man auf die bekannte Trinity Church.
Von der Wall Street geht’s zu Fuß weiter zum Battery Park, von wo wir später auf die Staten Island Fähre steigen. Früher waren hier die niederländischen Geschütze postiert, um den Hafen von Neu-Amsterdam zu verteidigen. Der Name des Parks wurde nach diesen Geschützen benannt. Viele Denkmäler sind hier zu finden, unter anderem steht hier „The Sphere“. Die aus einzelnen Bronzeplatten bestehende Skulptur, stand einstmals zwischen den Türmen des World Trade Center. Das 2 Tonnen schwere Kunstwerk wurde zwar beschädigt, konnte jedoch wieder restauriert werden und erinnert seit 2002 im Battery Park an die vielen Opfer des 11. September.
Die Staten Island Ferry ist eine kostenlose Fähre mit der man nach Staten Island, vorbei an Lady Liberty (Freiheitsstatue) fahren kann. Da wir nicht auf die Freiheitsstatue rauf wollten, haben wir diese nur umschippert. Das Wetter war mies, aber Fotos sind Pflicht.
Pier 17, den wir danach besuchten, ist eine gemütliche Schiffsanlegestelle inmitten der Hektik von Manhattan. Hier lässt's sich wunderbar entspannen, zahlreiche Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten zieren den Pier 17. Der beste Blick auf die Brooklyn Bridge (von Manhattan-Seite) kann von hier aus genossen werden. Einen noch besseren Blick mit der Manhattan-Skyline im Hintergrund hat man nur von der anderen Seite, die wir natürlich heute Abend auch noch besuchen werden. Der Himmel ist heute etwas flau und zudem ist ein Teil der Brooklyn Bridge durch Baumaßnahmen verhüllt. Ich hoffe, dass es am Abend von der anderen Seite nicht zu erkennen ist. Mal schauen, wie dies später auf den Fotos aussieht. Evtl. kann ich mit Tonemapping die Fotos etwas kontrastreicher machen.
Nach diesem doch sehr anstrengenden Tag ist aber noch nicht Schluss. Jetzt geht’s kurz ins Hotel, etwas frisch machen und dann mit der U-Bahn nach Brooklyn, um wie geplant, die Skyline von Manhattan zu fotografieren. Wir mussten uns beeilen, denn die blaue Stunde fing bald an. Von der U-Bahn liefen wir natürlich wieder zu Fuß, was meine geschundenen Füße gar nicht gut fanden.
Den Standpunkt, von wo das bekannte Motiv der Manhattan-Skyline (mit Brücke) fotografiert wurde, haben wir nicht gefunden. Es war auch zu wenig Zeit diesen zu suchen, denn die blaue Stunde hatte bereits begonnen. Wenn ihr von der U-Bahnstation High Street zum East River lauft, stoßt ihr auf einen großen Holzsteg. Die Skyline lässt sich jedoch besser von dem links daneben gelegenen Steinufer fotografieren, der Holz Pier schwingt zu stark für Belichtungen von über 2 Sekunden und Blende 8. Fotografiert habe ich mit dem Nikkore 50mm und Panoramakopf. Unteres Foto wurde aus 5 Einzelbildern zusammengesetzt. Mit der U-Bahn geht’s zurück ins Hotel.
Die New Yorker U-Bahn ist aus zahlreichen Hollywoodstreifen bekannt. Alte metallgebürstete Züge, die in schlecht beleuchtete Bahnhöfe einfahren, genauso sieht auch die Realität aus. Die Züge sind laut aber wenig beschmiert. Die Eingänge zu den Bahnhöfen sind sehr klein, teilweise so eng, dass gerade mal ein Standard New Yorker durch passt. Bezahlt haben wir immer (bis auf einmal) am Automaten. Ein Einzelfahrschein, für 2 Stunden kostet 2,50 $. Tageskarten gibt es nicht mehr. Hat der Automat den Fahrschein ausgespuckt, steckt man diesen ins Drehkreuz und geht durch. Was bei uns allerdings zweimal nicht funktionierte, so mussten wir doppelt bezahlen.
Kulinarisch wurden wir an diesem Morgen von Subway verwöhnt. Danach ging es ein zweites Mal zum Empire State Building. Dieses Mal waren wir im Gegensatz zu gestern schon um 8:30 Uhr dort, was sich auch an der Wartezeit bemerkbar machte. Wir mussten nur 1 Stunde anstehen. Auch hier wurde peinlichst genau kontrolliert. Das Wetter ist durchwachsen und ziemlich trübe, was für ausdrucksstarke Fotos von so einer Kulisse, wie ich finde, nicht unbedingt von Nachteil sein muss. Ist das Wetter besonders mies, können die Fotos immer noch nach schwarz/weiß gewandelt werden und bekommen dadurch eine besondere Stimmung. Und so sind die unteren Bilder entstanden, die alle mit der Nikon D300s und dem 12-24 Tokina gemacht wurden.
Nach einem Abstecher ins Macy‘s, irgendein Einkauftempel, den man laut Aussage von Nummer 1Die Shoppingqueen - Unsere Tochter kennen müsste (ich habe im Nachhinein erfahren, es ist das größte Kaufhaus der Welt), ging es mit der U-Bahn nach SoHo. SoHo hat sich von einer ehemaligen runtergekommenen Lagerhallen Gegend, zu einem exklusiven Künstler-Viertel gemausert. Hier findet man vornehme Restaurants, Boutiquen, aber auch die Rock- und Jazzszene hat sich an diesem Ort niedergelassen. Möchtet ihr Häuser mit den typischen Feuertreppen fotografieren, werdet ihr in dieser Gegend auf jeden Fall fündig. Der Name des Viertels wurde von "South of Houston Street" abgeleitet.
Hier beginnen auch Chinatown und Little Italy. Little Italy ist durch seine Vielzahl an Restaurants bekannt und ebenfalls beliebt. Im angrenzenden Chinatown kommt man sich wirklich wie in China vor. An jeder Ecke stehen Obst und Fischstände.
In den Schaufenstern hängen ganze gegrillte Enten und andere undefinierbare Lebensmittel. Gegessen haben wir hier vorsichtshalber nicht, was aber nicht heißt, dass es schlecht sein muss. Allein in diesen beiden Vierteln, kann man sicher längere Zeit mit fotografieren verbringen. Wir mussten aber weiter, denn als nächstes stand das "Grand Central Terminal" auf unserem Plan, den Nummer 3Die Tourenplanerin - Die Schwester meiner Frau perfekt ausgearbeitet hat. Nochmals vielen Dank für die tolle Arbeit"
Das Grand Central Terminal befindet sich an der Ecke 42nd Street Straße und Park Avenue. Der größte Bahnhof der Welt ausgehend von der Gleisanzahl, hat 44 Bahnsteige, an denen 67 Gleise enden. Die Gleise sind auf zwei Ebenen verteilt und wurden 1913 in Betrieb genommen. Mehr als 500.000 Menschen besuchen den Bahnhof täglich. Die Decke des Grand Central Terminals ist in dunklem Blau gehalten und mit tausenden kleinen Lämpchen versehen, die einen Sternenhimmel darstellen sollen. Dieses wunderschöne Gebäude ist schon ziemlich pompös und nur mit einem Weitwinkel vollständig zu erfassen. Da die Lichtverhältnisse für kurze Belichtungszeiten zu schlecht sind, habe ich die Nikon300s auf ISO 400 hochgeschraubt, um Menschen nicht allzu stark verschwimmen zu lassen.
Nach nun fast tausend Fotos in den ersten Tagen, wobei ich ca. 500 mit meiner neuen D300s gemacht habe, bin ich mit der Qualität der Bilder wirklich zufrieden. Bei ISO 400 ist das Rauschen der D300s absolut akzeptabel. Ich würde sagen, dass bis ISO 800 fotografiert werden kann, ist natürlich vom Motiv abhängig. Obwohl ich mit meiner geliebten D200 immer noch absolut zufrieden bin, kann sie im Rauschverhalten der 300 nicht mithalten.
Meine Füße fühlen sich inzwischen an, als würde ich auf glühenden Kohlen laufen und sich meine derzeit 3 Blasen zu einer großen zusammengeschlossen haben. An dieser Stelle wollte ich eigentlich ein Foto von meinen Füßen einstellen, habe mich aber doch dagegen entschieden. :) Jetzt erst einmal ab ins Hotel und Füße kühlen. Nach einer kurzen Ruhepause ging es ein letztes Mal zum nicht weit von unserem Hotel gelegenen Times Square. Da dieser Platz im oberen Teil meines Berichtes etwas zu kurz gekommen ist, möchte ich ihm noch ein paar Zeilen gönnen. Der Times Square erhielt seinen Namen von der bekannten New Yorker Zeitung "Times". Er liegt an der Kreuzung Broadway und 7th Avenue und erstreckt sich von West 53nd Street bis West 47th Street. Ca. 40 Theater gibt es in diesem Bezirk, daher wird der Times Square auch als Broadway bezeichnet.
Wie oben schon erwähnt, wird man von der riesigen Leuchtreklame erschlagen, dazu kommen noch die vielen Menschen, die auch spät abends noch die Souvenirgeschäfte besuchen. Direkt auf dem Times Square gibt es ein eigenes kleines Police Departement, wenn nicht sogar das kleinste von Amerika. Hinter dem Departement befindet sich ein Spielzeugladen, in dem ein funktionstüchtiges Riesenrad steht, echt verrückt. So, das soll es zu New York von uns gewesen sein. Die Stadt ist einfach der Hammer, so etwas gibt es sicher kein zweites Mal auf unseren Planeten. Wem es möglich ist, diese Weltmetropole einmal live zu erleben, der sollte diese Chance unbedingt beim Schopfe packen. Ich und alle anderen Nummern sind jedenfalls restlos begeistert und hoffen, dass wir irgendwann einmal hierher zurückkehren. Jetzt geht´s weiter nach Miami. Bis Bald