Typische Zeitungskästen in den USA
Typische Zeitungskästen in den USA

Day Eight - Naples Florida 2011

Unsere Route nach Naples wurde so geplant, dass sie uns am Anhinga Trail vorbeiführt. Der Anhinga Trail liegt im Everglades National Park, der dem Weltnaturerbe angehört. Laut vielen Beschreibungen soll hier eine unglaubliche Fauna und Flora zu sehen sein, genau das Richtige, um schöne Tieraufnahmen zu machen.

 

Anhinga Trail
Anhinga Trail

Am Eingang des Trails befindet sich ein kleines Häuschen, an dem man für den Eintritt ein Obolus von ein paar Dollar entrichten muss. So stand es zumindest am Eingang. Umso erstaunter waren wir, als die Dame am Einlass unseren Wagen (ohne Geld zu nehmen) einfach durchgewunken hat. Wir parkten das Auto und wurden beim Aussteigen von einer Hitzewand fast erschlagen. Kein einziger Windzug bei über 30 Grad. Genau der richtige Zeitpunkt, meine kürzlich erworbene Mütze (à la Heinz Sielmann) in Dienst zu nehmen.

Nachdem ich das Schmuckstück auf dem Kopf hatte, lief meine Tochter wieder zu Höchstform auf. Sprüche wie, „das Ding willste doch nicht wirklich aufsetzen“, „is ja mega peinlich“, „ich kenne Dich nicht, wenn Du die aufsetzt“... Sie hatte im Laden schon nicht geglaubt, dass ich mir dieses Prachtexemplar Wildlife Mode wirklich kaufen würde. Als ich sie dann noch aufsetzte, bekam sich meine Tochter nicht mehr ein. Ja, ja, ich gebe zu, sie sieht echt scheiße aus, aber schütz vor der Sonne.

 

 

Alligator
Alligator

In den Everglades gibt es nur die Trocken- und die Regenzeit. Die Regenzeit ist von Mai bis Oktober, in dieser Zeit fällt auch 80 % des jährlichen Niederschlages. Zum Glück ist momentan noch Winterzeit und so werden wir vom Regen und von den Stichen der Moskitos verschont. Den Anhinga Trail wandert man auf Holzpfaden entlang, die ca. 1 bis 2 Meter über der Wasseroberfläche angebracht sind.

 

Alligatoren, die auf Fischfang sind, können von hier oben sehr schön beobachtet werden. Ich hatte, wie fast immer, alles an Equipment bei. Es war jedoch sehr ruhig, vereinzelt schwammen einzelne Alligatoren langsam vorbei, doch die riesen Exemplare blieben verborgen. So richtig spektakuläre Aufnahmen von Alligatoren habe ich nicht einfangen können. Einmal bot sich mir die Chance, als ein Alligator sich ein Fisch schnappte. Leider war genau diese Aufnahme unscharf. Stundenlang auf eine erneute Aktion warten, wollten wir uns bei der Hitze nicht antun.

 

Irgendein Vogel
Irgendein Vogel
Alligator Everglades
Alligator Everglades
Alligatormama
Alligatormama

Gumbolimbo-Trail

Das sollte auch reichen. Wir verließen den Park und liefen den Gumbo Limbo Trail entlang, der sich direkt am Eingang des Anhinga Trail befindet. Allerdings hätte ich mir das auch sparen können. Der Gumbo Limbo Trail ist nur ein dicht bewachsener Wald, durch den ein kleiner Wanderweg führt. Wir haben keine Tiere oder sonstige Fotomotive gesehen. Trotzdem ganz nett.

Postamt in Ochopee
Postamt in Ochopee
Postamt in Ochopee
Postamt in Ochopee

Postamt in Ochopee

Wieder am Parkplatz angekommen, stellte ich die Klimaanlage erst einmal auf Frost. Für unsere Weitereise entschieden wir uns gegen die Autobahn und fuhren lieber den Highway 41, welcher an dem kleinsten Postamt der USA (in Ochopee) vorbeiführt. Hier kann man wieder den ausgeprägten Nationalstolz der Amerikaner spüren. Selbst an dieser kleinen Hütte, welche früher übrigens ein Werkzeugschuppen war, flattert ein riesiges Sternenbanner in der Luft. Schnell zwei Fotos und weiter geht’s zum Endziel des heutigen Tages.

Ankunft Naples

Endlich in Naples angekommen, freuten wir uns erst einmal über die noble Unterkunft, die unsere Reiseplanerin Nummer 2 ausgesucht hat. Ein 4-Sterne-Kempinski-Hotel mit Pool, echt Klasse. Man glaubt es kaum, aber auch dieses noble Hotel war wieder billiger als das froschgrüne Zimmer in Miami.

Naples war ursprünglich ein kleines Fischerdorf, davon ist allerdings nicht mehr viel zu erkennen. Der gesamte Ort ist zu einem exklusiven Ferienort herangewachsen. Erst einmal einchecken und die Koffer ins Zimmer bringen. Heute war es wieder anstrengend genug und so lassen wir den Tag ruhig ausklinge.

 

Was zu essen muss allerdings noch her. Auf einen teuren Restaurantbesuch hatten wir alle keine Lust und so entschieden wir uns etwas im Supermark zu kaufen und mit ins Hotel zu nehmen. Die Supermärkte in Amerika sind auch etwas besonderes, meistens riesengroß und mit einem irrsinnigen Angebot. Im bekannten Walmart zum Beispiel, kann man nicht nur alle Zutaten für den Thanksgiving-Festbraten kaufen, selbst die Munition, um diesen zu schießen, ist hier erhältlich. Auch die Größe der Verpackungen unterscheidet sich gegenüber deutschen Supermärkten.

 

Wie man es aus amerikanischen Filmen her kennt, gibt es Milch meistens in riesigen 5-Liter-Kanistern. Die leckeren Schoko-Bonbons M&M’s habe ich in unglaublichen 2,5-Kilo-Tüten gesehen, was Nummer 4Der Übersetzer - Der Mann der Schwester meiner Frau sehr freute. Amerikaner bezahlen fast alles mit Kreditkarte. Ohne eine solche Karte bist du hier nichts. Ich hatte ja schon mal erwähnt, dass das Essen in den Staaten nicht der Hit ist. Auch bei diesem Einkauf wurde ich wieder daran erinnert.

 

 

Zitronenhänchen

Es sieht alles wirklich lecker aus, jedoch sind fast sämtliche Speisen dermaßen süß, dass sie für deutsche Gaumen, ich möchte nicht sagen "ungenießbar" sind, aber doch sehr gewöhnungsbedürftig. Ich gönnte mir ein ganzes gegrilltes Zitronenhähnchen, dazu gab es fertigen Kartoffelsalat und ein Bier. Das einzige, was nicht süß gewesen ist, war mein Bier. Die Grundnahrungsmittel sind zudem relativ teuer. Fastfood ist jedoch viel billiger als in Deutschland. Das erklärt auch, warum es so viele Übergewichtige in den USA gibt. Und die gibt es dort wirklich, oh Mann, oh Mann.

Ist der Einkaufswagen gefüllt, geht es ab zur Kasse. Das Einpacken der Ware wird von einem Angestellten des Supermarkts erledigt. Dieser packt alles in winzig kleine Tüten, vergleichbar unserer Plastiktüten am Obststand. Allerdings passt in diesen kaum etwas rein und so sieht man Menschen, welche ungelogen mindestens 20-30 Tüten im Korb vor sich her schieben.
 
Mit Essen und Getränken steigen wir ins Auto und fahren die ca. 500 Meter zu unserem Hotel. Es ist hier völlig normal, dass man selbst kürzeste Strecken mit dem Auto zurücklegt. In der Nähe unseres Hotels ist es zu Fuß auch sehr gefährlich, es gibt zwar breite Straßen mit 4 Fahrspuren und mehr, sichere Fußwege sucht man aber vergeblich.

 

Nach dem Essen wollten wir uns gemütlich auf eine Bank ins Freie setzen und ein Bier genießen, was sich allerdings wieder als schwierig herausstellte. Auf der Hotelterrasse wollten wir unser selbst gekauftes Bier nicht trinken und alle anderen Sitzmöglichkeiten befinden sich außerhalb des Hotels und dort darf man bekanntlich keinen Alkohol trinken. Nicht, dass ihr denkt, ich mache das zu Hause auch ständig. Aber im Urlaub mit einem kühlen Bierchen im Freien sitzen, ist doch was anderes.  Letztendlich haben wir am Ende der Hotelterrasse noch zwei versteckte Liegen gefunden, wo wir unser Bier genießen und den Tag in Ruhe ausklingen lassen konnten.

Day Nine - Naples Everglades City

Auf den heutigen Trip freuen wir uns alle ganz besonders. In dem kleinen Dorf namens „Everglades City“, das gerade mal 300 Einwohner zählt, werden wir uns von Tony, dem Kapitän eines Airboats, durch die mit Mangroven bewachsenen Everglades fahren lassen. Was schreibe ich. Fliegen ist die bessere Beschreibung für dieses Erlebnis.

Die Tour dauert 1 Stunde und kostet 40 $ pro Person. Nicht ganz billig, aber ich kann es nur jedem empfehlen, der Spaß ist riesig. Captain Tony, hielt an bestimmten Punkten an und erzählte uns etwas über die Mangroven und Alligatoren.

 

Everglades City
Everglades City
Mangrovensümpfe
Mangrovensümpfe
Airboot Speedy
Airboot Speedy

Airboot fahren

Das Wasser der Everglades vedunstet am Vormittag und fällt am späten Nachmittag als Regen wieder runter. Ist es Vormittag strahlender Sonnenschein, kommt es gegen Abend immer wieder zu heftigen Regengüssen und Gewittern. Das solltet ihr bedenken, wenn ihr auch eine Fahrt auf den Everglades plant.

 

Airboot
Airboot
Alligator
Alligator
Mangroven
Mangroven

Es ist gar nicht so einfach, bei dieser Geschwindigkeit gute Fotos zu machen. Zudem ist es wahnsinnig laut und es vibriert dermaßen stark, dass alle Aufnahmen mit dem neuen HDD-Camcorder, die Nummer 4Der Übersetzer - Der Mann der Schwester meiner Frau vom Airboatfahren gemacht hat, nichts geworden sind.

 

Die Kamera hat sich, zum Schutz vor Beschädigungen der Festplatte, immer nach einer Sekunde abgeschaltet. Echt schade. Zum Glück habe ich mit meiner Nikon D300s auch ein wenig gefilmt und so haben wir wenigstens ein paar bewegte Bilder als Erinnerung. Einen kleinen Zusammenschnitt dieser rasanten Fahrt könnt ihr euch unten anschauen. Die Nikon D300s zeichnet Videos in 720p auf, ist zwar nicht Full HD, aber durch die Möglichkeit, mein 12-24 Tokina anzuschrauben, kommen die Aufnahmen doch ganz gut rüber.

 

  • Aligator in den Everglades
  • Aligator in den Everglades
  • Aligator in den Everglades

Solltet ihr auch einmal so einen Wasserritt filmen oder fotografieren, setzt euch am besten auf die hintere Sitzbank, so bietet der Vordermann ein wenig Schutz vor dem feinen, sehr salzhaltigen Wasserstaub, den der riesige Propeller erzeugt.

 


Captain Tony gab uns zum Abschied noch einen Tipp, wo wir große Alligatoren fotografieren können. Dann fuhren wir mit dem Auto die Turner River Road entlang, eine mit feinem Kreidestaub überzogene, insgesamt 14 Meilen lange Straße. Alligatoren konnten wir reichlich sehen, auch eine Schildkröte, die in Windeseile über die Straße peste, zeigte sich. Doch einen richtig großen Schnappi, habe ich nicht vor die Linse bekommen. Dafür sah unser Auto aus wie Sau, der Staub hat sich in die kleinste Ritze reingesetzt, also aufpassen mit der Kameraausrüstung.

 

Schildkröte
Schildkröte

Diese Strasse sollte man auch nur mit einem dafür geeigneten Auto befahren. Autovermieter übernehmen bei Schäden die auf dieser entstehen nähmlich keine Haftung. Dank unseres SUV hatten wir aber keine Schwierigkeiten, diese unbeschadet zu passieren.

 

Der Fakahatchee State Park ist ein weiterer (Text folgt)

 

Fakahatchee State Park
Fakahatchee State Park
Fakahatchee State Park
Fakahatchee State Park
Fakahatchee State Park
Fakahatchee State Park
Fakahatchee State Park
Fakahatchee State Park
blablabla
blablabla

Chevrolet Tahoe 2011
Chevrolet Traverse 2011
Heuschrecke
Heuschrecke
Schildkröte
Schildkröte

Auf dem Rückweg füllten wir unsere Mägen bei Wendy’s, einer Burgerkette, welche in Amerika genauso bekannt ist wie Mc Donald’s oder Burger King. Mir hat der Burger hier wirklich gut geschmeckt, die anderen Nummern waren nicht besonders begeistert. Zu meinem Burger hatte ich eine Cola, die für unsere Verhältnisse schon ziemlich groß war. Als ich meine Frau bat, mir noch eine zweite Cola zu holen und sie die Frage der Verkäuferin, ob diese „BIG“ sein soll, mit ja beantwortete, bin ich fast vom Hocker gefallen. Ich glaube 1,5 Liter Cola waren in dem Eimer.

 

Warnschilder in Naples Everglades City
Warnschilder in Naples Everglades City

Fishing Pier

Ein alter, denkmalgeschützter 300 Meter langer Holzsteg (Fishing Pier) ist das Wahrzeichen von Naples. Der 1887 erbaute Landungssteg lockt jährlich Tausende Besucher und Angler an. Wir konnten frei lebende Delphine sehen, die zusammen mit Badegästen schwammen. blablabla zeigten eindrucksvolle Flugmanöver auf der jagt nach Fischen. Es ist ein traumhaft schönes Fleckchen Erde.

 

Großer Fang am Pier
Großer Fang am Pier
Freilebende Delphine
Freilebende Delphine
Freilebende Delphine
Freilebende Delphine

Vanderbilt Beach

Zum Abschluss des Tages, entschlossen wir uns noch einen Abstecher zum Vanderbilt Beach zu machen. Schnell ins Hotel, Badesachen und Stativ geholt und ab zum Strand. Ich hatte es etwas eilig, denn in 20 min beginnt der Sonnenuntergang, von dem ich Fotos machen wollte.

Die Fahrt dorthin dauerte nur ca, 10 min, ein Parkplatz zu finden eine gefühlte Stunde. Um den Sonnenuntergang nicht zu verpassen, suchte Nummer 4 allein nach einer Abstellmöglichkeit unseres Wagens. Wie schon in Key West, versammelten sich auch hier wieder mehrere Menschen um das Schauspiel zu beobachten. Nachdem alles vorbei war, gönnten wir uns bei ziemlich starkem Wellengang ein Bad im mexikanischen Golf.