Key West heißt die südlichste Stadt Floridas, in der sich schon Ernest Hemingway seine Inspirationen holte. Um nach Key West zu gelangen, mussten wir u.a. die berühmte Seven Mile Bridge überqueren. Die Brücke ist mit 11 km (6,79 Meilen) die längste der Keys und ist in vielen Hollywoodproduktionen, wie z.B. True Lies und 2 Fast 2 Furious zu sehen.
Jedes Jahr im April findet hier der Seven Miles Bridge Run mit 1500 Teilnehmern statt. Die Brücke wurde im Jahr 1982 fertig gestellt und ersetzte unter anderem die Knight’s Key Bridge und die Pigeon Key Bridge, die bereits 1912 eröffnet wurden. Ein großer Teil der alten Brücke läuft parallel zur neuen und wird heute als Fishing Pier genutzt. An der Bridge liegt der Bahia Honda State Park. In dem 2,1 km2 großen Naturgebiet sind drei traumhaft schöne Strände, die mit ihren vielen Palmen ein wenig an die Karibik erinnern. Lange hielten wir es bei dieser Hitze jedoch nicht aus, also ich nicht, die anderen Nummern schon. Kurz die qualmenden Füße in den Golf von Mexiko gestellt und weiter geht’s nach Key West.
Insgesamt 43 Brücken und ca. 200km überquert der "Overseas Highway" bis nach Key West. Die Inselkette trennt den Atlantik vom Golf von Mexico.

Dieses Mal übernachten wir in einem Motel, wie man es aus amerikanischen Filmen kennt. Unter einem Motel stellt man sich eine direkt an der Landstraße liegende, runtergekommene Behausung vor. Wir sind allerdings angenehm überrascht von unserer neuen Bleibe. Unser Appartement ist größer und besser ausgestattet als das Zimmer in Miami. Zudem hat es mit blablabla nur einen Bruchteil von diesem gekostet.
Es ist 17:30 Uhr, der Abend ist noch jung und wir haben nicht viel Zeit diesen Ort ausgiebig kennenzulernen. Also, Sachen ins Zimmer schmeißen, Blasen aufstechen, die Füße schnell vom Blut befreien und los geht’s zum Southernmost Point, der symbolisch den südlichsten Punkt der USA darstellt. Das bekannte Wahrzeichen von Key West befindet sich an der Ecke South Street und wurde schon von anderen Urlaubern belagert. Wir haben deshalb beschlossen am nächsten Tag hier noch einmal kurz ran zufahren und die obligatorischen Bilder zu schießen.
Was sich übrigens als eine gute Idee herausstellte, denn die Sonne steht am Vormittag hinter dem Fotografen und scheint somit nicht direkt ins Objektiv. Langsam kommt der Hunger durch, wenn nicht der Durst auf ein kaltes Bierchen den Weg versperren würde. Auf der Suche nach etwas Essbarem liefen wir die Duval Street entlang. Eine gemütliche Partymeile, die auf beiden Straßenseiten von unzähligen kleinen Geschäften und Open Air Kneipen gespickt ist, in denen jeden Abend der Bär steppt.
Nummer 1Die Shoppingqueen - Unsere Tochter,Nummer 2Die Reisemanagerin - Meine Frau schauten sich in den Geschäften um, während ich und Nummer 4Der Übersetzer - Der Mann der Schwester meiner Frau und ich sich erst einmal ein kühles Bierchen genehmigten. Key West ist ja bekannt für seine Homosexuellen Szene, was man an einigen Geschäften und Leuten durchaus erkennen kann.
Von 1931 an lebte Ernest Hemingway in Key West. Seine ehemalige Villa liegt in der Whitehead Street und ist heute ein Museum. 10 Jahre lebte Hemingway mit seiner zweiten Frau und seiner Katze in diesem Haus. Wer heute einen Blick hinter den Gartenzaun macht, sieht jede Menge Katzen die alle von Hemingways damaliger Katze abstammen sollen. Diese werden gehegt und gepflegt und im Falle ihres Ablebens im Garten beerdigt.
Wir hatten mal irgendwo gehört, dass die Hemingwaykatzen alle 6 Zehen haben sollen, genau lässt sich das auf dem unteren Bild leider nicht erkennen. Nach dieser kurzen Rast, machten wir uns auf zum Golf von Mexiko, um den Sonnenuntergang zu fotografieren. Was bedeutet, dass ich mein großes Manfrotto Stativ mitschleppen musste. Das Meer erreichten wir in blablabla min. zu Fuß, wo sich schon einige hundert Menschen für dieses Spektakel versammelt haben.
Einige Straßenkünstler vertreiben den Zuschauern die Wartezeit bis zum Sonnenuntergang. Nun ist es soweit, meine Kamera steht auf dem Stativ, ist korrekt eingestellt und ich schaue Richtung Horizont. Zwischendurch einige Testfotos und ehe ich mich versehen konnte, war es auch schon wieder vorbei. Also ich war ein wenig enttäuscht und verstehe eigentlich nicht, warum gerade dieser Sonnenuntergang an diesem Ort so spektakulär sein soll. Egal, ich klappe mein Stativ zusammen und bevor ich dasselbe mache, muss erst einmal was zu essen her. In einem der kleinen Geschäfte kauften sich Nummer 1Die Shoppingqueen - Unsere Tochter,Nummer 2Die Reisemanagerin - Meine Frau und Nummer 3Die Tourenplanerin - Die Schwester meiner Frau ein Stück Kuchen, einige Meter weiter schob sich der Schreiber ein Stück Pizza rein.
Ich muss ehrlich zugeben, dass ich an diesem Tag fix und alle war. Meine Füße schmerzten vom Laufen, mein Rücken vom ständigen Tragen der Fotoausrüstung und mein Mund von Nummer 5Die Griebe. Deshalb konnte ich mich auch nicht allzu sehr für das Treiben auf den Straßen begeistern. Obwohl es, im Nachhinein betrachtet, echt schräg ist, alle paar Meter vor einer Kneipe (ohne Türen) zu stehen, in der Livemusik vom Feinsten gespielt wird.
Und das meine ich im Ernst, die Sänger, meistens alleine und mit Gitarre, haben so geile Stimmen, dass sie in Deutschland jeden Talentwettbewerb auf Anhieb Gewinnen würden. Aber evtl. sind es ja schon Stars und wir kennen sie nur nicht. Die meisten Kneipen sehen von weitem betrachtet ziemlich klein aus, von drinnen sind sie jedoch riesig, teilweise Scheunenausmaße. In einer dieser Kneipen hingen hunderte, wenn nicht sogar tausende 1 Dollar Scheine an den Wänden und an der Decke. Echt abgefahren.
In einem Supermarkt kauften ich und Nummer 4Der Übersetzer - Der Mann der Schwester meiner Frau noch zwei Bierchen und dann liefen wir erschöpft aber glücklich zu unserem Motel zurück. Direkt vor unserer Tür ist ein Swimmingpool, an dem wir uns an diesem Abend das erste Mal mit einem Bierchen (3/4-Liter-Büchse versteht sich) gemütlich zusammensetzen konnten.
Wir waren alle ein wenig traurig darüber, dass wir hier nur eine Nacht verbringen. Die Ruhe im Motel tat nach den hektischen Tagen allen gut. Aber uns zieht es weiter Richtung Naples. Noch schnell ein paar Bahnen schwimmen und dann ab in die Heia. Nach einer wirklich erholsamen Nacht in dem riesigen bequemen Bett machten wir uns langsam auf zum nächsten Etappenziel, aber natürlich nicht ohne uns vorher zu stärken. Wir holen unser Frühstück in dem kleinen Vorbau, in dem sich auch die Rezeption befindet und setzten uns ein letztes Mal an den Pool. Um 8:30 Uhr machen wir uns auf nach Naples.