Published by Fotoechse on 2007

Langzeitbelichtungen

Theorie

Belichtet man das Bild mehrere Sekunden, so spricht man in der Fotografie von einer Langzeitbelichtung. Ein Anwendungsgebiet ist beispielsweise die Nachtfotografie. Da nachts sehr schlechte Lichtverhältnisse herrschen, muss die Kamera die Blende länger offen halten, um das vorhandene Restlicht besser einfangen zu können.

Praxis

Wer schon mal versucht hat bei Dunkelheit akzeptable Aufnahmen zu machen, ­weiß dass dies mit der Kameraautomatik kaum möglich ist. Während man heutzutage mit der Automatikeinstellung moderner Apparate in den meisten Fällen gute Ergebnisse erzielt, stößt man bei der Nachtfotografie an deren Grenzen. An dieser Stelle sei gesagt, dass für die Fotografie bei Nacht zwingend ein Stativ bzw. feste Unterlage erforderlich ist. Im Idealfall nennt Ihr noch eine Fernbedienung euer Eigen. Also nehmen wir einmal an, ihr möchtet ein bestimmtes Gebäude bei Nacht eindrucksvoll ablichten. Ihr befestigt eure Kamera auf ein Stativ, stellt auf Automatik, wählt den richtigen Bildausschnitt und löst aus. Da nicht genügend Licht auf den Bildsensor fällt, regelt die Automatik als Erstes den ISO-Wert hoch. Das hat den Vorteil, dass für diese Aufnahme weniger Licht benötigt wird, bringt jedoch ein ungewollt hohes Bildrauschen mit sich. Ferner versucht die Kamera, die richtige Kombination aus Blende und Belichtung zu finden. Das Ergebnis ist meist ein viel zu helles bzw. sogar zu dunkles Bild.
Kurz gesagt, es ist mit der Automatikeinstellung kaum möglich, die vorherrschende Lichtstimmung wahrheitsgetreu festzuhalten. Einige Kameramodelle bieten neben der Automatik auch einen manuellen Belichtungsmodus. Im Programm M (manuelle Belichtungssteuerung) ist es uns überlassen, welche Kombination aus Blende und Belichtungszeit wir in der jeweiligen Situation wählen. Es gibt hierfür keine Standardwerte, ihr müsst einfach etwas probieren. Stellt den niedrigsten ISO Wert ein, das verhindert starkes Bildrauschen. Wählt eine Blende zwischen 8 und 11, stellt die Belichtungszeit für das erste Foto auf etwa 20 Sekunden.

Besitzt ihr keine Fernbedienung, empfehle ich den Selbstauslöser der Kamera zu verwenden. Schaut euch das Ergebnis an. Sollte es unterbelichtet sein, (also zu dunkel) erhöht die Belichtungszeit um 5 Sekunden auf 25. Ist es jedoch überbelichtet, (zu hell) dann verringert die Zeit entsprechend. Diesen Vorgang wiederholen, bis das Ergebnis euren Vorstellungen entspricht. Die vorgeschlagenen Werte aus Blende und Zeit könnt ihr natürlich ersetzten. Macht auf jeden Fall mehrere Aufnahmen mit verschiedenen Belichtungszeiten. Auf dem kleinen Kameradisplay sehen die Ergebnisse schnell perfekt aus, doch erst am Monitor lässt sich die Qualität der Aufnahmen richtig beurteilen.

Diese Technik kann natürlich auch in anderen Situationen angewandt werden. Beispielsweise fließendes Wasser, die Lichter fahrender Autos oder andere sich bewegende Objekte. In manchen Situationen sind die vorherrschenden Lichtverhältnisse jedoch so extrem, dass nur durch digitale Bildbearbeitung ein optimales Ergebnis erzielt werden kann. (siehe DRI)