Fotolehrgang Teil 1

Published by Fotoechse on 7.November 2006

Das richtige Motiv

Ob man knipst oder fotografiert, entscheidet sich schon bei der Motivwahl. Es ist nicht wichtig was man fotografiert, doch wie. Wer kennt das nicht Opa hat Geburtstag, die Gäste sitzen bei Kaffee und Kuchen und die liebe Verwandtschaft macht Fotos. Wenn ihr Euch solche Aufnahmen mal etwas genauer anschaut, werdet ihr feststellen das fast alle Fotos im Stehen fotografiert wurden. Menschen in engen Räumen sollten in den seltensten Fällen von oben herab fotografiert. Die Situation und die Stimmung kommen besser zur Geltung, wenn man sich mit der Kamera auf Höhe der Personen begibt.

Was ist nun eigentlich das richtige Motiv? Um es kurz zu machen, es gibt kein richtiges oder falsches Motiv. Es kommt immer auf den Fotografen und dessen Vorlieben an. Der eine fotografiert gerne Flugzeuge, der andere Eisenbahnen und der Nächste findet es toll, wenn er in der freien Natur Vögel ablichtet. Wie schon erwähnt, ist es nicht wichtig was man fotografiert. Wenn man aber einige Regeln der Fotografie beherzigt, kann aus jedem Motiv ein interessantes Foto werden.

Der Hintergrund

Wer ein schönes Motiv gefunden hat, sollte immer auch ein Blick für den Hintergrund haben. Der Hintergrund sollte zum Motiv passen, das ist natürlich nicht in jeder Situation möglich. Doch bei arrangierten Fotos wie Porträts ist es sehr wichtig, dass der Hintergrund nicht vom eigentlichen Motiv ablenkt. Bei Porträts oder Detailaufnahmen ist es sinnvoll, das Hauptmotiv durch eine geringe Tiefenschärfe hervorzuheben. Wenn ihr z.B. im Urlaub ein altertümliches Gebäude fotografieren möchtet, wäre es doch im Nachhinein schade, wenn Werbeplakate oder Ampelanlagen das Bild verunstalten.

Diese beiden Kameraden hier habe ich im Zoo fotografiert. Die Wahl einer langen Brennweite lassen zum einen die Gitter im Vordergrund verschwinden, zum anderen erreicht man eine höhere Tiefenschärfe.

Die Perspektive

Auch die Perspektive entscheidet, ob ein Bild interessant wirkt oder eher langweilig. Im Zeitalter der digitalen Fotografie, versucht doch einmal ein Motiv von verschiedenen Standpunkten aus zu fotografieren. Egal ob von oben oder unten, von der Seite oder ganz aus der Nähe. Ihr werdet feststellen, dass allein durch den Standortwechsel das gleiche Motiv eine andere Wirkung haben kann. Wenn am Anfang noch die Erfahrung fehlt, ist es besser ihr fangt etwas mehr vom Motiv ein uns wählt erst am PC den richtigen Bildausschnitt.

Licht & Schatten

Neben der Kameraausrüstung gehört das Licht zu den wichtigsten Arbeitsmaterialien des Fotografen. Kurz gesagt "ohne Licht kein Foto". Deshalb ist es sehr wichtig, dass ihr lernt, das Licht richtig einzusetzen. Macht drei Aufnahmen von einem Gebäude zu unterschiedlichen Tageszeiten (früh, mittags und abends), ihr werdet erkennen, dass alle Fotos eine andere Stimmung vermitteln. Nicht nur das die Schatten unterschiedlich fallen, auch die Farben sind in den Morgen- und Abendstunden kräftiger als zur Mittagszeit. Porträtaufnahmen z.B. sollten immer auf den späten Nachmittag gelegt werden, das Licht ist zu dieser Tageszeit weicher und die Schatten nicht so extrem.

Der Goldene Schnitt

Der Begriff "Goldener Schnitt" kommt ursprünglich aus der Malerei. Schon in der Antike war bekannt, dass der Mensch von der geometrischen Teilung einer Strecke, dem „Goldenen Schnitt” besonders angezogen wird. Ich möchte hier nicht mit Formeln und komplizierten Rechnungen langweilen, doch sollte jeder der nicht nur Schnappschüsse machen möchte, den golden Schnitt beherzigen. Was genau ist nun der Goldene Schnitt: Anfänger machen meist alle denselben Fehler, sie setzten das Hauptmotiv in die Bildmitte. Das macht das Bild für das menschliche Auge uninteressant. Auch der Horizont sollte sich nicht genau in der Bildmitte befinden. Teilt das Bild gedanklich wie unten zu sehen, Ihr könnt auch das Gitternetz der Kamera einblenden lassen. Positioniert das Hauptmotiv auf einer der Schnittpunkte, nicht in der Mitte.