Bei Langzeitbelichtungen, Nachtaufnahmen oder bei Motiven mit großen Helligkeitsunterschieden kommt es vor, dass einige Bereiche des Bildes stark überstrahlt wirken. Schuld an diesem Phänomen ist der zu kleine Kontrastumfang der Kamera. Während z.B. die Fassade eines Hauses optimal belichtet wurde, ist die gewählte Belichtungszeit für die davor stehende Laterne zu lang, sie ist völlig überbelichtet.
Die Dynamic Range Increase- oder kurz DRI-Technik wird in der Digitalfotografie verwendet, um den Dynamikumfang eines Bildes zu erhöhen. Durch diese Technik ist es möglich, die Fassade und die Laterne gemeinsam korrekt belichtet wiederzugeben. Diese Technik benötigt mehrere Aufnahmen vom gleichen Motiv mit unterschiedlichen Belichtungszeiten.
Wenn Ihr eure Aufnahmen im Jpeg Format abspeichert, empfehle ich mindestens drei, besser noch 5 zu verwenden. Im RAW Format ist es möglich, mit nur einer Aufnahme DRI anzuwenden. Mit dem RAW Konverter kann ein einzelnes Foto in verschiedenen Belichtungen als Jpeg Datei gespeichert werden. Bessere Ergebnisse werden allerdings auch hier mit mehreren Aufnahmen und unterschiedlichen Belichtungszeiten erzielt.
Sucht euch ein passendes Motiv, befestigt die Kamera auf ein Stativ und wählt den richtigen Bildausschnitt. Soweit so gut. Nun stellt die Kamera auf manuell und wählt eine passende Kombination aus Blende und Belichtungszeit. Die richtige Kombination müsst ihr vorort selber finden.
Beginnt am besten mit der längsten Belichtungszeit. Wählt eine Blende-Zeitkombination, bei der das Hauptmotiv z.B. die Fassade korrekt belichtet ist, die Lichter allerdings viel zu hell sind. Siehe unten Bild 1. Das zweite Foto belichtet etwas kürzer. Das letzte Bild sollte nur noch etwas von den hellsten Lichtern erkennen lassen. Wie viele Fotos ihr zwischen dem ersten und dem letzten Bild macht, bleibt euch überlassen. Ich denke 3-6 ist ein guter Wert. Moderne Spiegelreflexkameras verfügen über Breacketing Funktionen. Bracketing bedeutet das Erstellen einer Aufnahmereihe vom selben Motiv mit unterschiedlichen Einstellungen. In unserem Fall mit unterschiedlichen Belichtungszeiten.

Wenn ihr alle Bilder im Kasten habt, kann es mit der eigentlichen Bearbeitung losgehen. Ich möchte euch die Arbeitsschritte anhand von Photoshop 6.0 veranschaulichen.
Als Erstes wird das Bild mit der längsten Belichtungszeit in Photoshop geöffnet, im Beispiel Bild 1 - 30 Sek. das Bild mit der nächstkürzeren Bel.-Zeit Bild 2 - 25 Sek. in Photoshop öffnen und per Auswahl alles auswählen ( Strg+A) dann Kopieren ( Strg+C) als neue Ebene per Einfügen ( Strg+V) in das erste Bild einfügen und diese Ebene durch Klick auf das Augensymbol ausblenden.
Um einen harten Übergang zwischen den Ebenen zu vermeiden per Auswahl - weiche Auswahlkante die Auswahl verändert. Die Werte für den Radius variieren wobei ich bei den ersten Bildern Werte zwischen 100 und 200 Pixeln und bei den letzten zwischen 20 und 50 Pixeln verwende. Die Werte sollten mit jedem Bild kleiner werden.
Nach dem Einfügen und ausblenden der nächsten Ebene wieder die darunterliegende Ebene aktivieren jedoch dabei nicht auf die Ebenenmaske klicken, sondern das Miniaturbild anklicken, da sonst die erneute Auswahl der Lichter Aufgrund der Ebenenmaske erstellt wird und nicht Aufgrund des Bildes jetzt wieder durch Auswahl / Farbbereich auswählen mit der Option Lichter fortfahren.