Bei den Aufnahmeprogrammen: Automatik, Landschaft, Sport, Nahaufnahme oder Porträt, übernimmt die Kamera automatisch die optimalen Einstellungen für die jeweilige Situation. Für den Anfänger ist dieses sicherlich eine gute Lösung um schnell vorzeigbare Bilder zu schießen. Dazu mehr unter Aufnahmeprogramme.
Einen größeren Einfluss auf das Ergebnis bieten jedoch die Belichtungsprogramme. Folgende stehen zur Verfügung: Programmautomatik (P), Blendenautomatik (S), Zeitautomatik (A) und die manuelle Belichtungssteuerung (M). Diese werden auch Halbautomatiken genannt und ermöglichen dem Fotografen direkten Einfluss auf Belichtungszeit und Blende zu nehmen. Im Idealfall kann direkt über ein Dreh Rad am Kameragehäuse das gewünschte Programm ausgewählt werden. Weniger komfortabel ist die Auswahl über das Menü.
Die Programmautomatik ist die erste Wahl, wenn es schnell gehen muss. Die Kamera passt Blende und Verschlusszeit auf die vorherrschende Lichtsituation automatisch an. Bei Motiven mit sehr großen Helligkeitsunterschieden kann die Programmautomatik schon mal an ihre Grenzen stoßen. In diesen Fällen solltet ihr auf eine der unten aufgeführten Belichtungsprogramme zurückgreifen. Bei normaler Lichtumgebung (nicht gegen die Sonne, glänzende Flächen), ist die Programmautomatik gegenüber der (voll) Automatik, die ich im Kapitel "Aufnahmeprogramme" beschrieben habe, immer die bessere Wahl.


Bei der "Zeitautomatik" wird der Blendenwert manuell eingestellt, die Belichtungszeit wird entsprechend den Lichtverhältnissen angepasst. Diese Einstellung ist z.B. für Porträtaufnahmen zu empfehlen. Durch Variieren des Blendwertes kann die Tiefenschärfe eines Bildes beeinflusst werden. Um beispielsweise einen unschönen Hintergrund, der vom Hauptmotiv ablenken würde, verschwimmen zu lassen. Im ersten Bild ist durch Wahl der Blende 18 eine hohe Tiefenschärfe zu erkennen. Der Hintergrund ist genauso scharf wie der Vordergrund. Das rechte Bild wurde mit einer Blende von 4,5 fotografiert. Wie ihr sehen könnt, zeichnet sich das Hauptmotiv von dem eher unschönen Hintergrund ab.


Hier wird die Belichtungszeit (Verschlusszeit) vom Fotografen wie gewünscht eingestellt. Die Kamera passt den Blendenwert den vorherrschenden Lichtverhältnissen passend zur gewählten Verschlusszeit an. Die Verschlusszeit lässt sich sehr schön als fotografisches Gestaltungsmittel einsetzen. Mit ihr könnt ihr z.B. gezielt Bewegungsunschärfe ins Bild bringen. Ein Anwendungsgebiet ist z.B. die Sportfotografie. Ein Rennwagen lässt sich mit einer kurzen Belichtungszeit scharf auf dem Foto festhalten. Soll hingegen fließendes Wasser eines Flusses auch als solches erkennbar sein, muss eine längere Verschlusszeit gewählt werden.
Lasst eurer Kreativität freien Lauf und fotografiert ein und dasselbe Motiv mit unterschiedlichen Belichtungszeiten. Unteres Beispiel soll verdeutlichen, welchen Einfluss die Blendautomatik auf das Motiv hat. Hier ist schön zu erkennen, wie durch eine längere Belichtungszeit Dynamik ins Bild kommt. Eine kürzere Belichtungszeit hätte dem Bild einen ganz anderen Charakter vermittelt. Das fließende Wasser wirkt sehr weich, die blaue Färbung verstärkt den Effekt noch.

Bei der Belichtungssteuerung (M) muss sowohl die Blende wie auch Belichtungszeit manuell eingestellt werden. Diese Einstellung ist nicht unbedingt für den Einsteiger geeignet, bietet aber die meisten Möglichkeiten das Motiv nach den eigenen Vorstellungen in Szene zu setzten. Für Langzeitbelichtungen ist es z.B. notwendig, die Blende und die Belichtungszeit unabhängig voneinander einstellen zu können. (Nachtaufnahmen DRI). Wenn man das Zusammenspiel zwischen Blende und Belichtungszeit verstanden hat, bringt die Belichtungssteuerung viele Vorteile. Dieses Foto entstand mit Blende 11 bei einer Belichtungszeit von 4,0 Sek. Hier wurde das Augenmerk auf die korrekte Belichtung der Gebäude gelegt. Durch die daraus resultierende Verschlusszeit wirkt das Wasser sehr weich.